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FINANZWISSEN

Gold fällt trotz Krise: Was gerade wirklich passiert

von Zaster Redaktion

Die Finanzmärkte zeigen sich derzeit extrem nervös. Besonders auffällig: Edelmetalle geraten unter Druck, obwohl geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise und Unsicherheit eigentlich als klassischer Rückenwind für Gold gelten.

Tatsächlich erlebte Gold zuletzt den stärksten Wochenverlust seit über 40 Jahren, Silber fiel noch deutlicher. Auslöser sind vor allem Entwicklungen im Nahostkonflikt sowie überraschende Signale aus der US-Geldpolitik.

Warum Gold aktuell schwächelt

Der Rückgang hat mehrere Ursachen, die zusammenwirken:

Zinsen und Dollar steigen: Höhere Inflationserwartungen führen dazu, dass Zinssenkungen verschoben werden. Das stärkt den US-Dollar – und belastet Gold, das keine laufenden Erträge bringt.

Teure Energie wirkt doppelt negativ: Steigende Ölpreise treiben zwar Inflation, erhöhen aber auch Zinsen und entziehen dem Markt Liquidität.

Liquiditätsdruck weltweit: Staaten und Investoren verkaufen teils Gold, um finanzielle Engpässe abzufedern.

Störungen im physischen Markt: Wichtige Handelsrouten sind beeinträchtigt, die Nachfrage – etwa aus Asien – ist kurzfristig schwächer.

Ein wichtiger Punkt: Der Verkaufsdruck kommt vor allem aus spekulativen Terminmärkten. Die Nachfrage nach physischem Gold bleibt stabil, ein Signal, dass es sich eher um eine technische als fundamentale Korrektur handelt.

Langfristiger Trend bleibt intakt

Trotz der aktuellen Schwächephase bleibt das große Bild positiv:

Gold legte 2025 rund +64% zu

Auf 12 Monate liegt es weiterhin deutlich im Plus

Strukturelle Treiber wie hohe Staatsverschuldung, Zentralbankkäufe und Inflationsrisiken bestehen fort

Die Prognose der Autoren: Im inflationären Szenario könnte Gold bis 2030 in Richtung 8.900 US-Dollar steigen

Bitcoin stabiler als Gold

Bemerkenswert: Bitcoin zeigt sich aktuell robuster als Edelmetalle. Die geringe Korrelation zwischen beiden Assets spricht weiterhin für Diversifikation im Portfolio.

Neue Signale: Vorsicht bei Goldminen, Chancen bei Rohstoffen

Goldminen-Aktien: Das Signal wurde erstmals auf „defensiv“ gesetzt. Grund sind sinkende Goldpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten (z. B. Energie).

•Rohstoffe allgemein: Hier dreht das Bild. Ein neues Inflationssignal steht auf „offensiv“, da vor allem Energie und teilweise Agrarrohstoffe anziehen.

Das deutet auf eine breitere Inflationsdynamik hin – und macht Rohstoffe insgesamt wieder interessanter.

Fazit

Kurzfristig belasten steigende Zinsen, ein starker Dollar und Liquiditätsengpässe den Goldpreis. Langfristig sehen die strukturellen Argumente für Edelmetalle jedoch weiterhin solide aus. Anleger sollten daher eher taktisch reagieren als ihre Strategie grundsätzlich infrage stellen.

Die Informationen basieren auf einem aktuellen Marktkommentar der Incrementum AG, erstellt von Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek, speziell aus dem am 24.03.2026 veröffentlichten „Aktueller Marktkommentar & Signalwechsel“ zum Gold- und Rohstoffmarkt. Die Daten und Prognosen stammen dabei aus Analysen der Incrementum AG sowie aus Quellen wie LSEG, Bloomberg und Goldman Sachs.

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

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Zaster Redaktion
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