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Clever angelegt

Diese Anlagestrategie schlägt seit 15 Jahren den Markt

von ZASTER Redaktion

Seit 15 Jahren setzt der Bellevue Entrepreneur Europe Small auf ein einfaches Prinzip: Unternehmen, bei denen die Gründer oder deren Familien noch selbst am Steuer sitzen, wirtschaften oft erfolgreicher als reine Manager-Konzerne. Die Bilanz gibt der Strategie recht.

Eine seltene Erfolgsgeschichte

Dass ein europäischer Aktienfonds überhaupt zehn Jahre am Markt übersteht, ist in der Branche keine Selbstverständlichkeit. Der Bellevue Entrepreneur Europe Small (WKN A1JG2H) hat kürzlich sein 15-jähriges Bestehen gefeiert – und das mit beachtlichen Zahlen: Seit der Auflage im Juni 2011 erzielte der Fonds eine jährliche Nettorendite von knapp 11 Prozent. Damit schlug er den Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe durchgehend und landete konstant im obersten Viertel der Vergleichsgruppe.

Warum eigentümergeführte Firmen anders ticken

Der Fonds konzentriert sich auf europäische Small- und Mid-Cap-Unternehmen – also kleinere und mittlere Firmen abseits der großen Börsenschwergewichte. Mindestens zwei Drittel des Portfolios müssen dabei in Unternehmen investiert sein, in denen Gründer, Familien oder große Ankeraktionäre mindestens 20 Prozent der Stimmrechte halten oder aktiv im Management sitzen.

Der Grund für diesen Fokus: Wenn Eigentümer selbst substanzielle Summen im eigenen Unternehmen investiert haben, denken sie anders als angestellte Manager. Sie planen in Generationen statt in Quartalszahlen, investieren auch in schwierigen Zeiten antizyklisch und führen historisch konservativere Bilanzen mit überdurchschnittlichen Margen.

Manager mit eigenem Risiko

Auch beim Fondsmanagement selbst gilt das Prinzip der Interessengleichheit: Die Hälfte der variablen Vergütung der Manager wird in Fondsanteilen oder Aktien der Bellevue Group ausgezahlt – mit einer vierjährigen Haltefrist. Geführt wird der Fonds von einem dreiköpfigen, sich ergänzenden Team: Birgitte Olsen (31 Jahre Erfahrung, Fokus auf Industrie und Finanzen), Laurent Picard (Technologie und ESG) sowie Neuzugang Eduardo Bravo (Gesundheit und Konsum).

Strenge Auswahlkriterien

Aus rund 2.000 möglichen Titeln filtert das Team gezielt Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 300 Millionen und 10 Milliarden Euro. Bevorzugt werden Firmen mit Netto-Cash-Position oder niedriger Verschuldung. Ein Einstieg erfolgt in der Regel nur, wenn das Kurspotenzial gegenüber dem berechneten inneren Wert mindestens 30 Prozent beträgt. Das Ergebnis ist ein konzentriertes Portfolio mit typischerweise 35 bis 45 Werten, wobei die zehn größten Positionen aktuell knapp 33 Prozent ausmachen.

Im Interview betont Fondsmanagerin Birgitte Olsen, dass starke Bilanzen im heutigen Zinsumfeld wieder zum echten Wettbewerbsvorteil geworden seien. Finanziell robuste Unternehmen könnten offensiv handeln, während schwächer finanzierte Konkurrenten zurückstecken müssten. Zur aktuellen Bewertungslage sagt sie: Europäische Small- und Mid-Caps würden derzeit unter ihrem historischen Niveau gehandelt – trotz struktureller Wachstumstrends wie Elektrifizierung, Automatisierung und Re-Shoring.

Aktuelle Zahlen und Ausrichtung

Stand Ende Juli 2026 legte der Fonds seit Jahresbeginn um 9,5 Prozent zu, über zehn Jahre steht ein Plus von 125,85 Prozent zu Buche, seit Auflage sogar 313 Prozent. Geografisch verteilt sich das Portfolio ausgewogen auf Deutschland (18,8 Prozent), die Schweiz (15,4 Prozent), Spanien (15,4 Prozent) und Frankreich (14,6 Prozent) – britische Werte werden bewusst gemieden. Sektoral dominiert Industrie mit rund 32 Prozent, gefolgt von Informationstechnologie und Gesundheitswesen. Nach der EU-Offenlegungsverordnung ist der Fonds als Artikel-8-Produkt klassifiziert, mehr als die Hälfte des Portfolios weist ein MSCI-ESG-Rating von AA oder AAA auf.

Infobox: Der Bellevue Entrepreneur Europe Small auf einen Blick

  • Fonds: Bellevue Entrepreneur Europe Small (WKN A1JG2H)
  • Auflegung: Juni 2011, seither annualisierte Nettorendite von knapp 11 Prozent
  • Strategie: Investiert in europäische Small- & Mid-Caps, mindestens zwei Drittel eigentümer- oder familiengeführt
  • Portfolio: 35 bis 45 Titel, Top-10-Positionen machen rund 33 Prozent aus
  • Performance (per 31.07.2026): YTD +9,5 Prozent, über 10 Jahre +125,85 Prozent, seit Auflage +313 Prozent
  • Regionen-Schwerpunkt: Deutschland, Schweiz, Spanien, Frankreich (kein UK)
  • Nachhaltigkeit: Artikel-8-Fonds, über 50 Prozent des Portfolios mit ESG-Rating AA/AAA

Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

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