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Börsenwissen

Allzeithoch an der Börse: Ein schlechtes Zeichen?

von Nils Matthiesen

Wenn die Kurse an neuen Höchstmarken kratzen: Ist das ein Signal zum Ein- oder zum Ausstieg?

Die meisten deutschen Banken sind sich einig: Im Durchschnitt sehen die Analysten der Finanzinstitute den DAX am Ende des Jahres bei 13.999 Punkten, was einem Zuwachs von rund 5,66 Prozent entsprechen würde. Das bedeutet aber nicht nur, dass es weiter nach oben geht, sondern auch, dass der deutsche Leitindex ein neues Allzeithoch erklimmt. Denn das liegt bei 13.559 Punkten, erreicht im Jahr 2018. Die bange Frage, die sich viele stellen: Kann es dann überhaupt noch weiter nach oben gehen? Oder ist in diesem Fall das Ende der Fahnenstange erreicht?

Meist geht’s weiter aufwärts

Die simple Antwort: Nein, ein Allzeithoch muss nicht bedeuten, dass die Kurse nicht weiter steigen. Alles ist möglich – auf neue Allzeithochs folgen in der Regel weitere Allzeithochs.

Werfen wir einen Blick auf den amerikanischen Leitindex S&P, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst. Der ist 2019 besonders gut gelaufen. Auf Jahressicht stieg er um satte 32 Prozent.

In diesem Zeitraum erreichte er 19 neue Allzeithochs. Und das nach 18 neuen Allzeithochs im Jahr 2018, 62 im Jahr 2017, 18 im Jahr 2016, 10 im Jahr 2015, 53 im Jahr 2014 und 45 im Jahr 2013.

Allzeithochs sind an der Börse also völlig normal. Und: Allzeithochs sind ein gutes Zeichen. Nach einem neuen Allzeithoch stiegen die Kurse in der Regel in den nächsten Jahren weiter.

Auf Allzeithoch folgt Allzeithoch

Aus diesen Fakten lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen: Offenbar sind weitere Allzeithochs wahrscheinlich, wenn wieder einmal der Rekord gebrochen wurde. Denn oft locken steigende Kurse weitere Käufer an. Klar ist aber auch: Letztendlich wird irgendwann ein neues Allzeithoch, das Allzeithoch sein, das für eine längere Zeit – möglicherweise über mehrere Jahre – bestand hat. Auf lange Ansammlungen von neuen Hochs können Zeiten wie die 1970er oder 2000er Jahre folgen, in denen die Börse keine neuen Höchststände erreicht.

Fazit

Unterm Strich solltest du aber keine Angst vor Allzeithochs haben. Als langfristig orientierter Anleger musst du dich sowieso daran gewöhnen, dass es hoch und runter geht. Höchststände sind vollkommen normal, genau wie Zeiten, in denen die Kurse in den Keller rauschen.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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