© Conrad B. zeigt uns seinen aktuellen Lohnzettel
Blick ins Haushaltsbuch

Wie ich als Gerätetechniker jeden Monat einiges anspare

von Hannes Lustermann

Conrad B. (28), Gerätetechniker aus Berlin, ist viel unterwegs – sowohl beruflich als auch privat: Der gelernte Elektriker fährt zu den Leuten nach Hause und repariert ihre Waschmaschinen oder Geschirrspüler. Am Wochenende schraubt er dann an seinem VW-Bus, und ab geht’s auf Tour, meist zum Klettern. Für andere Dinge gibt er wenig Geld aus und ist überhaupt sehr kostenbewusst, sodass sich auf seinem Konto ganz nebenbei eine nette Rücklage bildet.

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Conrad B. ist mit seinem VW-Bus LT 28 auf Reise durch Spanien. © © pr.

Seine letzte große Anschaffung war der VW-Bus, den er sich zusammen mit seiner Partnerin gekauft hat. „Das war damals, also vor gut zwei Jahren, eine langwierige Entscheidung. Wir wussten, dass es ’ne Menge kosten wird und deshalb auch aufwendig ist, ein richtig gutes Angebot zu finden. Wir hätten uns gerne das Klassiker-Modell T4, also den Nachfolger vom ,Bulli‘, geholt. Den Wunsch haben wir aber aufgegeben, weil der so kultig und dementsprechend teuer ist. Einen Neuwagen hätten wir uns nicht leisten können. Am Ende haben wir uns für einen zehn Jahre alten VW-Bus Modell LT 28 entschieden, für den wir nur noch 5700 Euro hinlegen mussten. Gezahlt haben wir nicht bar auf die Kralle, aber alles auf einen Schlag – das haben wir zusammenbekommen.“

Wenn ich etwas selber machen kann und obendrein Spaß daran habe, brauche ich auch nicht unnötig Geld auszugeben.

Einen Gebrauchtwagen eigenständig aufzumotzen, bedeutet viel Arbeit, spart aber bares Geld. „Der Bus ist unser mobiles Zuhause, und deshalb wollten wir ihn gerne nach unseren eigenen Vorstellungen umgestalten. Wenn ich etwas selber machen kann und obendrein Spaß daran habe, brauche ich auch nicht unnötig Geld auszugeben. In manchen Monaten geht natürlich etwas mehr für den Bus drauf, zum Beispiel als wir neue Reifen besorgt haben. Allerdings hat das ja nichts mit dem Umbau zu tun, für den wir im Schnitt 100 Euro im Monat ausgeben.

Inzwischen haben wir bereits Betten und eine Küchenzeile eingebaut, aber damit ist noch lange nicht Schluss. Momentan denken wir darüber nach, noch ein paar Solarzellen aufs Dach zu packen – die müssen aber geschützt sein, damit sie im Winter oder bei Hagel nicht kaputtgehen. Aber eins nach dem anderen, für diesen Sommer sind wir erstmal gut ausgerüstet.“

Sparsamkeit ist eher sowas, das mir von meiner Mutter eingeimpft wurde – als alte Ostlerin hebt Sie zum Beispiel immer noch an Weihnachten das Geschenkpapier auf.

„Hier kann ich einen Punkt zu meiner Sparsamkeit einfügen: Ich spare halt nicht bewusst, sondern gebe einfach nicht unnötig Geld aus. Ich denke nie: „Oh, das ist mir jetzt aber zu teuer.“ Sparsamkeit ist eher sowas, das mir von meiner Mutter eingeimpft wurde – als alte Ostlerin hebt Sie zum Beispiel an Weihnachten immer das Geschenkpapier auf. Ich stelle mir also einfach immer die Frage: Brauche ich das wirklich oder muss es nicht unbedingt sein?“

Manchmal stellt er diese Haltung gezielt auf die Probe: „Während unseres Italienurlaubs kamen wir in Bologna an einem richtig schniecken Restaurant vorbei, wo wir sonst nicht reingehen würden. Wir haben dann spontan beschlossen, da einfach mal reinzugehen und uns das zu gönnen. Wir haben erstmal nur die Vorspeisen bestellt, was schon knapp 80 Euro gekostet hat. Die waren zwar lecker, aber vom Gefühl her, ihr Geld eben doch nicht wert. Irgendwie hat es danach keinen Spaß mehr gemacht, und wir sind nach einem Abschiedskaffee wieder gegangen.“

Eine Ausnahme gibt es dann doch: „Wir gehen gemeinsam auf ein bis zwei Festivals im Jahr, denn uns gefallen das Zelten mit Freunden, die gute Stimmung und die Musik. Da setzen wir uns nie ein Limit, wieviel es kosten darf, das genießen wir einfach. Gleichzeitig sind wir ja mit unserem Bus gut ausgestattet und sorgen vor, was Essen und Getränke betrifft – sodass unsere Ausgaben vor Ort am Ende meistens trotzdem überschaubar sind.“

Unser nächstes großes Projekt ist die Elternteilzeit, da nehme ich ein halbes Jahr frei und nutze mein Erspartes, denn das wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt.

Alle reden vom passiven Einkommen, Conrad vom passiven Sparen: „Ich lege nichts aufs Sparbuch, kaufe keine Aktien oder stecke Geld in einen Bausparvertrag. Das, was am Monatsende übrig ist, lasse ich einfach auf meinem Konto liegen. Ich spare also mal mehr, mal weniger, ohne mir da einen großen Kopf zu machen, Hauptsache ich bleibe im Plus. Ein Dispo kommt für mich nicht infrage, ich lebe nach dem umgekehrten Prinzip: Immer einen kleinen Puffer auf dem Konto, damit ich Sicherheit habe, und mir keine Sorgen machen muss.

Unser nächstes großes Projekt ist die Elternteilzeit in sechs, sieben Monaten. Da nehme ich ein halbes Jahr frei und nutze mein Erspartes, denn das wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt. Bis dahin möchte ich meine Rücklagen noch ausbauen, damit sie nicht alle gleich wegschmelzen.“

Hier darf es gerne etwas mehr sein: „Für Outdoor und Kletterausrüstung geben wir im Schnitt sicher rund 30 Euro im Monat aus. Zuletzt habe ich mir auch einen ordentlichen Kletterrucksack für 180 Euro geholt, den habe ich ja dann auch eine Weile. Klettern und draußen sein gibt mir Adrenalin. Es ist ein sehr schöner Sport, weil er mir ein gutes Körpergefühl vermittelt und all meine Sinne anspricht. Außerdem ist man dabei sehr fokussiert und kann gut abschalten. Meine Partnerin und ich leisten uns auch eine große Reise im Jahr, wenn wir nicht gerade mit dem Bus unterwegs sind. Zuletzt waren wir in Korea, Vietnam und den USA. Das kostet uns schon jeweils einen Tausender.“

Hier ist er sehr kostenbewusst: „Ich habe neben meiner Arbeit und unseren Hobbys gar keine Zeit für Anlässe, wo man sich adretter kleidet. Also reicht mir normale Zweck- und Arbeitskleidung, und die gibt’s auch günstig.“

Noch ein Blick in ein Haushaltsbuch – hier weiterlesen:

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ein Artikel von
Hannes Lustermann