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von Christoph Janke

Apple übernimmt Netflix?! Ein Analyst von J.P. Morgan nennt für diesen Deal gleich mehrere gute Gründe. Nachteil: Apple müsste für den Erwerb von Netflix schätzungsweise 189 Milliarden US-Dollar hinblättern. Alle Details und wie realistisch der Deal ist, verrät euch ZASTER.

Apple sollte Netflix kaufen. Kein Abo, keine Aktien, sondern das ganze Unternehmen. Laut eines CNBC-Berichtes hat Samik Chatterjee, Analyst der amerikanischen Bank J.P. Morgan, mit genau dieser Empfehlung am Montag an der New Yorker Börse für Aufsehen gesorgt. Dabei sind Spekulationen bezüglich Apples Barreserven keine Seltenheit. Immer wieder fragen sich Anleger, wie Apple die geschätzt 250 Milliarden US-Dollar investieren könnte oder was der nächste strategisch große Schritt des Tech-Giganten sein wird.

Wie teuer wäre die Übernahme? Bei einer derzeitigen Bewertung von 148 Milliarden US-Dollar und einer Nettoverschuldung von sieben Milliarden US-Dollar würde der Streaming Dienst inklusive Prämie schätzungsweise 189 Milliarden US-Dollar kosten. Kein Schnäppchen, aber machbar für Apple.

Übernahme laut J.P. Morgan sinnvoll

Noch verdient Apple mit dem Hardware-Geschäft rund um das iPhone das meiste Geld. Doch die letzten Zahlen lassen einen Wechsel der Prioritäten in nicht allzu weiter Zukunft erahnen. Umso wichtiger für Apple, weiter in den sogenannten Service Sektor (AppleMusic, iCloud, iTunes,…) zu investieren. Das hauseigene Videoangebot kann mit Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime aber bei weitem nicht mithalten.

Warum also nicht den Erfolg ins eigene Boot holen? Gerade Netflix, was sich durch die ständige Anhäufung und Produktion von eigenen Inhalten auszeichnet, würde perfekt in Apples Portfolio passen. Auch das Kunden-Abonnement-Modell von Netflix ließe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach in den angesprochenen Service Sektor von Apple integrieren. Und obwohl das iPhone momentan leicht kriselt, vertreten die Kalifornier natürlich immer noch eine, wenn nicht die führende Position auf dem Markt für Smartphones. Da passt es gut, dass der Trend immer mehr dahin führt, Videoformate wie Filme und Serien auf dem Handy zu gucken.

Wie realistisch ist der Deal?

Ganz davon abgesehen, dass Netflix die 189 Milliarden US-Dollar wahrscheinlich müde weg lächeln würde: Typisch für Apple wäre eine Mega-Übernahme wie die von Netflix nicht. Bisher bediente sich der Tech-Gigant lieber an kleineren Start-Ups wie z.B. Beats oder Siri, die sich gut in die Produktfamilie integrieren lassen. Zum Vergleich: Für Beats Music und Beats Electronics gab Apple 2014 drei Milliarden US-Dollar aus. Mindestens 189 Milliarden US-Dollar würde das mit Abstand größte Investment des Unternehmens seit seiner Gründung bedeuten. Der beliebteste Streaming Anbieter weltweit würde wohl gut zu Apple passen, eine Übernahme ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Gerüchten zufolge arbeitet das Team um CEO Tim Cook bereits länger an einem eigenen Streaming-Dienst, der bereits dieses Jahr gelauncht werden könnte. Mit einem Investment im zweistelligen Milliardenbereich würde man damit jene Kritiker überraschen, die in dem bereits prall gefüllten Streaming-Markt neuen Konkurrenten keine Chance zuschreiben. Wenn es jemandem zuzutrauen wäre, dann wohl Apple. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit wie kein Zweites bewiesen, dass immer mit ihm zu rechnen ist.

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Christoph Janke