© Anton Voglmaier
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Angebot & NachFRAGE mit Anton Voglmaier

von Michael André Ankermüller

Anton Voglmaier ist Geschäftsführer der Deutschen Fondsgesellschaft und Mitglied im Anlageausschuss "Der Zukunftsfonds" blickt auf jahrzehntelange Erfahrung an den Kapitalmätkten zurück. ZASTER-Chefredakteur Michael André Ankermüller stellt dem Finanzprofi künftig regelmäßig 3 Fragen rund um das Thema Finanzen. Here we go!

Die Deutschen sorgen sich, dass die Inflationsrate (aktuell 2,5 %) in Deutschland explodiert. Ist diese Sorge berechtigt? Und warum? Oder müssen wir uns keine Sorgen machen?

Meiner Meinung nach ist das mit der Inflation, um sich darum Sorgen zu machen, noch etwas zu früh. Da müssen wir erstmal abwarten, wie es im Herbst ausschaut. Warum? Weil die Inflation, also wie sie herkömmlich definiert ist als Anstieg von Güter- und Dienstleistungspreisen stark von den Löhnen beeinflusst wird. Und im Moment sind die Löhne und Lohnforderungen noch relativ moderat. Das heißt von dieser Seite her sehe ich aktuell keine Inflationsgefahr. Was wir aber tatsächlich gerade erleben, sind sogenannte "Einmaleffekte". Das kann man ganz gut an den aktuellen Benzinpreise sehen, die vergangenes Jahr aufgrund der Coronakrise enorm gefallen sind und sich jetzt wieder langsam auf altem Niveau oder darüber hinaus einpendeln. Aber aus diesem Grund muss man sich aktuell noch keine Sorge machen.

Edelmetalle wie Gold und Silber erleb(t)en einen kleinen „Boom" in der Coronakrise. Wieso?

Edelmetalle sind nun mal immer gefragt, wenn die Menschen Angst haben und sich in vermeintliche Sicherheit flüchten wollen. Das dürfte der Grund gewesen sein, warum die Edelmetallpreise in den vergangenen Monaten gestiegen sind.

Denkst Du, es ist sinnvoll in Edelmetalle zu investieren?

Auf jeden Fall gehören Edelmetalle in jedes Portfolio rein. Im "Der Zukunftsfonds" haben wir auch eine Position an Gold drin. Das ist auf jeden Fall eine Versicherung, so muss man sich das vorstellen. Beispielsweise gegen starke Einbrüche am Aktienmarkt oder an anderen Märkten.

Rente mit 68? Für mich persönlich heißt das, noch weitere 36 Jahre arbeiten. Welche weiteren Bausteine würdest du mir neben der gesetzlichen Rente empfehlen?

So viele Möglichkeiten gibt es ja bei uns in Deutschland nicht. Auf jeden Fall solltest du am Kapitalmarkt aktiv werden. Also früher war das noch relativ einfach, als es noch Zinsen gab. Man konnte sich beispielsweise Anleihen kaufen von einem Teil des Geldes, das man eben übrig hatte oder konnte es sogar auf sein Sparbuch legen. Es gab ja mal Zeiten, da wurde das Sparbuch mit 4-5 % verzinst. Und es ist noch gar nicht so lange her, im Jahr 2000 hat man für zehnjährige Anleihen um die 6 % gekommen. Das war damals relativ einfach: Wenn man Geld übrig hatte, konnte man das in die Anleihen investieren. Das geht heute leider nicht mehr, weil es keine Zinsen mehr gibt. Deswegen bietet sich heute nur noch der Kapitalmarkt an, das heißt, dass man eben in einzelne Aktien und Fonds investiert. Das hängt davon ab, welches Risikoprofil man hat und ob man sich um seine Finanzen ausschließlich selbst kümmern will.

Als Baustein der eigenen Rente würde ich es hingegen eher Profis überlassen, das wären beispielsweise aktiv gemanagte Fonds oder passive Produkte wie ETFs. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, durch die genannten Bausteine die gesetzliche Rente zu ergänzen.

Und was würdest du mir nicht empfehlen?

Dein ganzes Geld in Kryptowährungen zu stecken. Das würde ich auf keinen Fall empfehlen.

Weitere Informationen zu Der Zukunftsfonds findest du hier

ein Artikel von
Michael André Ankermüller
Michael André Ankermüller
Michael lebt in Berlin und arbeitet als Journalist, Blogger, Autor sowie Berater für Digitale Medien. 2014 gründete er das sehr erfolgreiche Blogazine Blog.Bohème sowie Nebenseason & Kids.Bohème.

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