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Markteinblicke

Bitcoin über 80.000 Dollar: Warum die Rally jetzt einen Realitätscheck braucht

von ZASTER Redaktion

Bitcoin hat die Marke von 80.000 US-Dollar geknackt und viele fragen sich jetzt: Ist das der Start einer neuen Rally oder nur ein kurzes Strohfeuer?

 

Dazu hat Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse, einen aktuellen Kommentar veröffentlicht. Er ordnet ein, warum institutionelles Geld den Markt inzwischen ruhiger gemacht hat, welche Kursniveaus jetzt zurückerobert werden müssen, damit der Aufwärtstrend wirklich stabil wird und wo Bitcoin im Zweifel wieder auffangen könnte.

Der jüngste Bitcoin-Impuls kommt auch über professionelle Kanäle. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der Vorwoche Nettozuflüsse von knapp 1,9 Milliarden US-Dollar. Zugleich erhält der Debasement-Trade durch die angekündigte Ausweitung der Rückkäufe länger laufender US-Staatsanleihen neuen Rückenwind. Finanzielle Repression begünstigt grundsätzlich knappe Vermögenswerte, insbesondere Bitcoin mit seinem fest begrenzten Angebot.

Das Kapital professioneller Marktteilnehmer hat den Markt stabiler gemacht. Die annualisierte Einjahresvolatilität liegt auf historischen Tiefständen, während die Marktbreite in diesem Zyklus nie wirklich zurückgekehrt ist. Es gibt weniger wahllose Spekulation und mehr Selektion zugunsten liquider Premium-Assets. Wir bewegen uns damit aus unserer Sicht in Richtung eines Marktregimes mit stetigerem Wachstum: weniger Feuerwerk und weniger Achterbahn, dafür mehr stetige Entwicklung.

Ob daraus bereits ein nachhaltiger neuer Aufwärtstrend wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Dafür müssen mehrere wichtige Niveaus aus Cost-Basis-Modellen zunächst zurückerobert werden, darunter der Active Realized Price, der True Market Mean und die aggregierte Kostenbasis der ETFs. Entscheidend sind überzeugende Wochen- und Monatsabschlüsse, anhaltende ETF-Zuflüsse und idealerweise bullishe Divergenzen. Vor allem sollte die Nachfrage stärker aus dem Spotmarkt und weniger aus Derivaten und Short-Eindeckungen kommen. Ein Aufwärtstrend wäre damit belastbarer.

Mehrere relevante Indikatoren deuten zunehmend auf einen Wendepunkt in der Marktstruktur hin. Damit steht einem neuen Aufwärtstrend nicht mehr allzu viel im Weg. Vollständig bestätigt ist er aber noch nicht. Der psychologisch relevante Vierjahreszyklus läuft erst im Oktober vollständig aus, die Zwischenwahlen in den USA stehen bevor und die Nachhaltigkeit der jüngsten Rally muss sich noch beweisen. Sollte sie scheitern, wäre die 200-Wochen-Linie im Bereich von 64.000 US-Dollar die nächste zentrale Unterstützung.

Von Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse

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ZASTER Redaktion
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