Clever angelegt

Airbag fürs Depot: Wie zwei Fonds aus der Oberpfalz den Tech-Boom mitnehmen, ohne Vollgas ins Risiko

von ZASTER Redaktion

Eine Investmentboutique aus Parkstein macht seit über zwei Jahrzehnten das, woran viele große Assetmanager scheitern: Aktien kaufen, Kurse absichern, ruhig schlafen. Die Fachpublikation Der Fonds Analyst hat sich die Strategie der Robert Beer Management GmbH genauer angesehen – und mit dem Kopf dahinter gesprochen.

Zwei Fonds, ein Prinzip

Im Mittelpunkt stehen zwei Fonds: der RB LuxTopic – Aktien Europa A und der global ausgerichtete RB LuxTopic – Flex. Verantwortlich ist Robert Beer, seit Ende 2024 arbeitet mit Jonas Beer die nächste Generation an der quantitativen Weiterentwicklung mit.

Der Namenszusatz „Flex“ führt dabei leicht in die Irre: Ein klassischer Mischfonds mit Anleihen oder Rohstoffen steckt nicht dahinter. Beide Produkte sind reine Aktienportfolios – kombiniert mit einer fest eingebauten Absicherung über Index-Put-Optionen, die Rückschläge in Korrekturphasen spürbar abfedern soll.

FSR: Fundamental, systematisch, risikoadjustiert

Das Haus fasst seinen Ansatz unter dem Kürzel FSR zusammen. Zuerst kommen nur substanzstarke Konzerne mit starken Marken, hoher Ertragskraft und attraktiver Dividende ins Auswahluniversum. Danach filtert ein Algorithmus die Titel mit dem stärksten Trend heraus; schwächere Werte werden untergewichtet oder fliegen raus. Den Kern bildet schließlich das Risikomanagement über Derivate – und zwar dauerhaft. Auch wenn an den Märkten scheinbar eitel Sonnenschein herrscht, bleibt die Absicherung aktiv.

Der Effekt: Nach Kursrückgängen startet der Fonds von einem höheren Niveau aus wieder – für neue Höchststände genügt dann eine normale Aufwärtsbewegung.

Wenn der Algorithmus das Bauchgefühl überstimmt

Robert Beer vergleicht die Strategie mit einem Pferderennen: Man setzt auf die stärkeren Pferde und wechselt sie, sobald sich stabile neue Trends abzeichnen. Zuletzt wurde der Tech-Anteil etwas reduziert und die Cash-Quote erhöht. Auch der US-Anteil sank von einst über 40 auf rund 23 Prozent.

Dass Zahlen manchmal gegen das Bauchgefühl entscheiden, zeigte sich 2024: Der Algorithmus signalisierte Schwäche im Luxussektor, also flogen Werte wie LVMH aus dem Portfolio, dafür kamen Bankaktien rein. Leicht fiel das nicht – am Ende behielt das System recht.

Ein Sorglos-Paket verspricht Beer trotzdem nicht: „Rendite-Turbo mit maximaler Sicherheit gibt es schlichtweg nicht.“ Das Ziel sind rund sieben Prozent pro Jahr, was einer Verdopplung alle zehn Jahre entspricht. Und Schwankungen gehören dazu – das Depot müsse auch atmen können. Was ihm mehr Sorge bereitet als ein Kursrutsch: die Inflation, die Vermögen über lange Zeiträume schleichend entwertet.

Die Zahlen

Per 21. Juli 2026 liegt der Europa-Fonds seit Jahresbeginn rund 14 Prozent im Plus, über zwölf Monate bei 25,5 Prozent, über drei und fünf Jahre bei jeweils etwa 50 Prozent und seit Auflage bei 411 Prozent. Größte Positionen sind UniCredit, Banco Santander, BBVA und ASML.

Der Flex-Fonds kommt seit Jahresbeginn auf gut 27 Prozent, über zwölf Monate auf 38 Prozent, über drei Jahre auf 73, über fünf Jahre auf 61 und seit Auflage auf 441,7 Prozent. Treiber ist die Tech-Gewichtung von rund 41 Prozent mit SK Hynix, Kioxia und Micron Technology an der Spitze, ergänzt um europäische Finanzwerte. Die Volatilität lag auf Jahressicht bei 23,6 Prozent, beim Europa-Fonds bei 12,7 Prozent.

Für wen das interessant ist

Beide Fonds zielen auf Anleger:innen mit mittel- bis langfristigem Horizont, die ein solides Basisinvestment suchen, aber nicht die vollen Ausschläge einzelner Aktien mitmachen wollen. Der Europa-Fonds setzt gezielt auf europäische Bluechips, der Flex versteht sich als globaler Vermögensbaustein.

Infobox: Das Wichtigste in Kürze

  • Wer: Robert Beer Management GmbH aus Parkstein (Oberpfalz), gemanagt von Robert Beer und Jonas Beer
  • Was: RB LuxTopic – Aktien Europa A (Fondsvolumen 325,2 Mio. Euro, Auflage 2003) und RB LuxTopic – Flex (270,9 Mio. Euro, Auflage 2004)
  • Strategie: Reine Aktienportfolios plus permanente Absicherung über Index-Put-Optionen („eingebauter Airbag“)
  • FSR-Methode: Fundamental starke Konzerne – systematische Trendauswahl per Algorithmus – risikoadjustierte Overlay-Absicherung
  • Renditeziel: rund 7 Prozent pro Jahr, also etwa eine Verdopplung alle zehn Jahre
  • Wichtig: Absicherung heißt nicht Sicherheit. Kursschwankungen bleiben Teil des Konzepts.

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

Hier kann man den Fonds kaufen. Hier geht es zu den Konditionen

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