ChatGPT regelt das Leben
ChatGPT ist für Gen Z nicht mehr nur eine App, sondern fast schon ein zweites Gehirn. Während ältere Menschen die KI oft wie Google benutzen, beschreibt OpenAI-Chef Sam Altman einen klaren Generationen-Shift: Junge Erwachsene fragen ChatGPT nicht nur nach Infos, sondern nach Rat für Studium, Job, Beziehungen und große Lebensentscheidungen. Besonders Studierende nutzen die KI laut Altman wie ein persönliches Betriebssystem, mit gespeicherten Prompts, Dateien und jeder Menge Kontext aus früheren Chats. Das klingt praktisch, fast schon futuristisch, wirft aber auch eine wichtige Frage auf: Wie viel Verantwortung sollte man einer KI geben, wenn es um das eigene Leben geht? Denn so hilfreich ChatGPT sein kann, bei echten Entscheidungen bleibt eines entscheidend: selbst denken. (Fortune)
Weniger Team, mehr KI
DeepL zeigt gerade ziemlich deutlich, wie der neue Tech-Layoff-Sound klingt: weniger Team, weniger Hierarchie, mehr KI. Das deutsche Übersetzungs-Startup streicht rund 250 Jobs und damit mehr als 21 Prozent der Belegschaft, während CEO Jarek Kutylowski den Schritt als Teil eines massiven Wandels durch künstliche Intelligenz erklärt. Seine Botschaft: Unternehmen müssten jetzt kleiner, schneller und „AI-native“ werden, weil Aufgaben, für die früher ganze Teams gebraucht wurden, künftig von kleineren Gruppen oder sogar Einzelpersonen mit KI erledigt werden könnten. Genau darin sieht Business Insider einen neuen Trend im Silicon Valley: Entlassungen werden nicht mehr nur als Sparkurs verkauft, sondern als Upgrade für die KI-Ära. Kritisch bleibt die Frage, ob AI wirklich der Grund ist oder manchmal nur das perfekte Buzzword, um harte Jobcuts moderner klingen zu lassen. (Business Insider)
Warum Krisen random sind
Rezessionen kommen nicht einfach, weil ein Boom „zu lange“ gedauert hat oder die Wirtschaft irgendwann automatisch crasht. Genau mit diesem Mythos räumt der Ökonom Tyler Goodspeed auf, Chefökonom von ExxonMobil und Autor eines neuen Buches über Wirtschaftskrisen. Nach seiner Analyse von rund 400 Jahren Wirtschaftsgeschichte sind Rezessionen weniger ein vorhersehbarer Zyklus, sondern eher das Ergebnis harter, oft unerwarteter Schocks: Kriege, Energiekrisen, Ölpreissprünge, Handelsbrüche oder sogar historische Ausreißer wie Piraterie und Heuschreckenplagen. Seine Botschaft ist ziemlich unbequem: Menschen suchen gern Muster, aber die Wirtschaft funktioniert nicht wie ein Kalender mit eingebautem Crash-Termin. Für Politik und Unternehmen heißt das: weniger Glaskugel, mehr Vorbereitung. Denn die nächste Krise lässt sich vielleicht nicht exakt vorhersagen, aber man kann verhindern, dass falsche Entscheidungen sie noch schlimmer machen. (Fortune)