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REISE

So wird sich das Fliegen verändern

von Nils Matthiesen

Mal übers Wochenende nach Mallorca jetten? Damit ist wohl erst einmal Schluss. Die Reisewelt steht vor dramatischen Umbrüchen.

Die Coronakrise betrifft nahezu aller Branchen, besonders aber die Reisebranche und im Speziellen die Fluggesellschaften. Vor wenigen Wochen war die Welt noch ein Dorf, jetzt dürfen wir aus unseren Dörfern nicht mehr raus. Wann wir wieder reisen können, weiß niemand so genau. Und man muss kein Prophet sein, um zu sagen: Die Krise wird nachhaltig verändern, wie wir unsere Urlaube künftig verbringen.

Reisen: Alles ändert sich

Mit der der Sorglosigkeit, mit der wir um die Welt gereist sind, ist auf jeden Fall erst einmal Schluss. Die Welttourismusorganisation der UNO zählte 2018 insgesamt 1,4 Milliarden internationale Touristenankünfte. Experten schätzen aber nun, dass der Luftverkehr erst in fünf Jahren wieder das Niveau von Anfang 2020 erreicht. Durchaus optimistisch angesichts der Tatsache, dass die Luftfahrtindustrie nach dem 11. September immerhin drei Jahre brauchte, um sich zu erholen. Man kann es aber aus wirtschaftlicher Sicht hoffen. Immerhin hängen rund 10 Prozent aller Jobs weltweit am Tourismus. Definitiv wird sich aber die Art und Weise, wie wir reisen, dramatisch ändern. Massentourismus, mit vielen Menschen auf engem Raum, wird es so schnell nicht wiedergeben.

Technik für Vertrauen

Hotels, Fluggesellschaften und Kreuzfahrtschiffe müssen neu gedacht werden, um für die Reisenden Platz zu schaffen, in dem sie sicher fühlen. Ferienwohnungen und Anreise per Auto scheinen aber erst einmal den Sicherheitsbedarf besser zu befriedigen. Technologie avanciert zudem zum Schlüsselinstrument der Wiederbelebung: Elektronische Reisepässe und Ausweise, Bordkarten, medizinische Untersuchungen und Reinigungsroboter sollen nicht nur die Hygiene verbessern, sondern vor allem dabei helfen Vertrauen zu schaffen.

Vor besonders schweren Zeiten stehen die Fluggesellschaften. Wie Alex Cruz, Chef von British Airways, kürzlich feststellte, ist Corona für die Fluggesellschaften bereits schlimmer als die Sars-Epidemie, die Folgen des 11. September 2001 oder die Finanzkrise 2008. Nicht nur, dass derzeit nahezu aller Flieger am Boden bleiben und vielen Unternehmen die Pleite droht. Das Geschäftsmodell ist in Pandemiezeiten aus verschiedenen Gründen einfach mies.

  • Sich bei akuter Ansteckungsgefahr für mehrere Stunden dicht gedrängt in einen engen Raum zu pferchen, dürfte den meisten Menschen erst einmal nicht behagen.
  • Die Menschen werden durch die Wirtschaftslage (auch wenn noch keiner weiß, wie schlimm die Krise einschlägt) weniger Geld in der Tasche haben. An Dingen wie Urlaub wird als erstes gespart. Und wenn überhaupt, wird mehr Urlaub im Inland und mit dem Auto gemacht.
  • Geschäftsreisen sind out, Videokonferenzen boomen: Nicht unwahrscheinlich, dass viele Unternehmen auf den Geschmack kommen und auch nach der Krise die Notwendigkeit von Geschäftsreisen in Frage stellen.
Sitzen wir künftig durch Glasscheiben getrennt im Flugzeug (wenn überhaupt)? Quelle: https://www.instagram.com/aviointeriors
Sitzen wir künftig durch Glasscheiben getrennt im Flugzeug (wenn überhaupt)? Quelle: https://www.instagram.com/aviointeriors © Aviointeriors

Das virensichere Flugzeug

Wie Flugreisen in Zukunft aussehen könnten? Der italienische Hersteller Aviointeriors hat zumindest schon einmal eine Idee. Der „Janus"-Sitz setzt auf eine Glastrennwand und einen umgekehrten Mittelsitz verwendet, um das Risiko der Verbreitung des Coronavirus zu mindern. „Diese Anordnung ermöglicht es, alle drei Passagiere mit einem Schutzschild aus transparentem Material zu trennen, das sie voneinander isoliert und so eine Schutzbarriere für alle schafft", erklärte das Unternehmen und fügte hinzu, dass das Schutzschild in verschiedenen Transparenzgraden erhältlich ist. Jeder Passagier hat seinen eigenen Raum, der von den anderen isoliert ist, sogar von Personen, die durch den Gang gehen.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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