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Clevere Vorsorge

KSK: Was bringt mir die Künstlersozialkasse?

von Nils Matthiesen

Viele Freiberufler haben die Möglichkeit, sich über die Künstlersozialkasse KSK abzusichern. Aber welche Vorteile bringt das wirklich?

Sehr viele von uns sind Künstler. Du auch? Dafür musst du gar nicht unbedingt Statuen modellieren oder den Pinsel schwingen. Für die Künstlersozialkasse, kurz KSK, fallen unter den Begriff Künstler sehr viele freiberufliche Berufe – etwa Journalist, Texter, Autor, Grafiker, Schauspieler oder Musiker.

Bei der KSK handelt es sich um eine Versicherung für Freiberufler, die Renten-, Pflege- und Krankenversicherung beinhaltet. Das Geniale an der Sache: Die Versicherten zahlen – genau wie wenn sie angestellt wären – nur die Hälfte der Beiträge. Doch das ist bei Weitem nicht das einzig Bemerkenswerte an der KSK.

Künstlersozialkasse immer beliebter

Die Künstlersozialkasse wurde bereits 1983 mit dem Ziel eingeführt, die notorische Altersarmut von Künstlern in den Griff zu bekommen. Denn die konnten sich oft keine private Altersvorsorge leisten. Das Modell ist erfolgreich: Die Zahl der Menschen, die über die KSK versichert sind, ist seit 2010 von 165.646 um rund 14 Prozent auf 188.332 gestiegen.

Kein Wunder, denn wer es in die KSK geschafft hat, zahlt nur die Hälfte der Beiträge. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung liegt der Beitragssatz beispielsweise aktuell bei 18,6 Prozent, entsprechend zahlen die Versicherten lediglich 9,3 Prozent. Den Rest übernehmen der Staat und die Unternehmen, die die Versicherten beauftragen.

Das ist aber noch längst nicht alles: Die Beiträge ergeben sich nicht aus den tatsächlichen Einnahmen, sondern aus der Schätzung der Versicherten. Die erfolgt im Voraus für das kommende Jahr. Das durchschnittliche Einkommen der KSK-Versicherten lag 2019 bei 17.852 Euro. Zum Vergleich: Das jährliche Durchschnittseinkommen aller gesetzlich Versicherten lag 2019 bei 38.901 Euro. Demnach würden die KSK-Versicherten weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdienen.

Anträge oft abgelehnt

Sind also alle Künstler arme Schlucker? Nicht unbedingt. Wahrscheinlicher scheint, dass viele ihre Einnahmen im Voraus absichtlich niedrig schätzen, um geringere Beiträge zu zahlen. Zwar gibt es stichprobenartige Prüfungen, nachzahlen muss man aber nicht. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Hochstufung. Doch nicht nur um sich den Stress im Falle einer Prüfung zu ersparen, sollten KSK-Versicherte möglichst realistisch ihr Einkommen beziffern. Denn die gesetzliche Rente ist besser als ihr Ruf, gerade angesichts des derzeitigen historischen Zinstiefs. Viele private Rentenversicherungen sind nicht unbedingt besser.

Leider klappt es nicht immer, in die KSK zu kommen. Anträge werden oft mit der Begründung abgelehnt, dass keine Versicherungspflicht laut KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetz) besteht. In diesem Fall meint die KSK, dass es sich bei dem ausgeübten Beruf nicht um eine künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit in ihrem Sinne handelt. Oder sie ist der Meinung, dass der Antragsteller mit der künstlerischen Tätigkeit nicht den Großteil seines Einkommens verdient. Voraussetzung für die Versicherung über die KSK ist nämlich, dass du hauptberuflich einer künstlerischen Tätigkeit nachgehst. Zudem gibt es eine Mindestgrenze für das Jahreseinkommen in Höhe von 3.900 Euro. Bei einer Ablehnung kann sich aber ein Widerspruch lohnen.

Fazit

Bist du wirklich freischaffend, ist der Eintritt in die KSK durchaus empfehlenswert. Vor allem die Beiträge für die Krankenversicherung werden erschwinglicher, gleichzeitig sorgst du fürs Alter vor.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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