Wenn die Statistik den Armen reich rechnet
„Wenn ich einen Artikel im Internet oder in der Zeitung lese, der mit Geld zu tun hat, werde ich fast immer mit Statistiken konfrontiert. Getreu dem Motto ,Zahlen lügen nicht‘, gaukeln Sie mir immer vor, dass das Geschriebene nur wahr sein kann. Woran kann ich erkennen, ob die präsentierten Zahlen tatsächlich seriös und aussagekräftig sind?“
Drittens können Sie prüfen, ob es einen Verweis auf den kompletten Datensatz gibt. Natürlich werden etwa in einer Pressemitteilung oder einem Medien-Artikel nur Auszüge oder Eckdaten präsentiert – seriös sind diese dann, wenn beispielsweise ein Link zur gesamten Studie beigefügt ist. So wird das bei uns gehandhabt. Ansonsten können Sie sich nicht sicher sein, ob der Urheber die Angaben nicht vielleicht aus dem Kontext gerissen hat, um einen anderen Eindruck zu erzeugen.
Wenn ich irgendwo eine Pauschalaussage lese, wie etwa, dass 30 Prozent der Deutschen fremdgehen, und danach geht der Text einfach weiter, werde ich sofort stutzig. Um diese Aussage einzuordnen, brauche ich mehr Informationen. Folgende Fragen drängen sich mir beispielsweise direkt auf: Für welche Altersgruppe und welches Geschlecht gilt das? Wie viele Leute wurden befragt? Wie wurde ,Fremdgehen‘ genau definiert? Ganz nebenbei ist bei so einer Umfrage Vorsicht geboten, weil niemand sicher sein kann, dass die Befragten wahrheitsgemäß geantwortet haben.
Die Mühe, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen, müssen Sie sich also machen, um Zahlen kritisch zu hinterfragen
Der Umgang mit Statistiken ist auf alle Fälle nicht trivial. Er verlangt vom Leser, sich mit deren Hintergründen zu beschäftigen, um die Fakten besser einordnen zu können. Die Mühe müssen Sie sich also machen, um Zahlen kritisch zu hinterfragen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen und auf Manipulation hereinzufallen.
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