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Glücksfaktor Geld

Soviel Gehalt brauchst du, um glücklich zu sein

von Nils Matthiesen

50k, 100k oder sogar eine Million? Du wirst überrascht sein, was die Wissenschaft als „ideales“ Glücks-Gehalt betrachtet.

Du hast dir sicher auch schon einmal vorgestellt, wie es wäre, richtig viel zu verdienen und reich zu sein. Wie einfach das Leben und wie glücklich du dann wärst. Tatsächlich ist die Vorstellung, dass Glück gleichbedeutend mit Reichtum sei, weit verbreitet. Doch welchen Einfluss hat Zaster wirklich auf unser Glück?

Geld ist nicht alles

Eins vorweg: Forschungen weisen darauf hin, dass unsere Gene und unsere Persönlichkeit schon einmal rund 50 Prozent unserer Zufriedenheit beeinflussen, zudem spielen Faktoren wie Gesundheit, Beziehungen und Job eine gewichtige Rolle. Der World Happiness Report 2017 untersuchte dabei speziell die Bedeutung der Arbeit für das allgemeine Wohlbefinden. Dabei kam heraus: Die Bedeutung des Arbeitsplatzes geht weit über das damit verbundene Gehalt hinaus. Aspekte wie sozialer Status, Beziehungen, Tagesablauf und Ziele haben darüber hinaus einen starken Einfluss auf das Glück der Menschen. Aus diesem Grund ist Arbeitslosigkeit für viele Menschen so schrecklich. Also besser irgendeinen Job ausüben, als gar keinen. Allerdings ist es wohl auch so, dass Unterbezahlung auf Dauer unglücklich macht, wenn also nicht genug Geld für die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheit zur Verfügung steht. Gleichzeitig steigert ein höheres Einkommen in der Regel das Wohlbefinden, weil es mehr Sicherheit und Möglichkeiten bietet, das Leben den Vorstellungen entsprechend zu gestalten. Aber wie viel Einkommen ist fürs Glück optimal?

68k fürs perfekte Glück?

Der Psychologe Daniel Kahneman gab vor einigen Jahren als Maßgabe vor, dass ein jährliches Haushaltseinkommen von 75.000 US-Dollar (rund 68.000 Euro) das Maß der Dinge darstelle. Je niedriger das Jahreseinkommen unter diesen Wert falle, desto unglücklicher. Mehr würde das Glück aber nicht mehr steigern. Die Purdue University hat das Thema nun in einer neuen Studie aufgegriffen und kommt zu anderen Schlussfolgerungen. Dazu sezierten die Forscher das Glück in zwei Teile: Lebenszufriedenheit (allgemeine Grundsituation) sowie emotionales Wohlbefinden (alltäglicher Gemütszustand). Für Ersteres reiche demnach ein Jahreseinkommen zwischen 60.000 bis 75.000 US-Dollar (54.000 bis 68.000 US-Dollar), während das emotionale Wohlbefinden erst mit rund 95.000 US-Dollar (86.000 Euro) seinen Höhepunkt erreiche. Viel interessanter aber: Sobald diese Einkommensschwellen überschritten werden, beginnen das emotionale Wohlbefinden sowie die Lebenszufriedenheit zu sinken. Offenbar leidet das Glück durch den Stress und den hohen Zeitaufwand, der mit hoch dotierten Jobs oft einhergeht.

Faktor Umfeld

Einen weiteren entscheidenden Faktor im Zusammenhang zwischen Gehalt und Glück stellt das soziale Umfeld dar. Der Mensch scheint so gestrickt, dass er sich ständig mit anderen vergleichen muss. Wenn Nachbarn und Kollegen mehr verdienen, dickere Autos fahren und pompöser wohnen, hat das potenziell negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Wer zum Beispiel im Ghetto wohnt, ist vielleicht mit 3.000 Euro Gehalt der King, während die selbe Person im "feudalen" Vorort mit diesem Salär wahrscheinlich zu den armen Schluckern zählt. Zu dem Thema gab es in den 90er Jahren eine aufschlussreiche Umfrage. Arbeiter wurden gefragt, was ihnen lieber wäre:

  • Bei einem Durchschnittsgehalt von 25.000 Dollar 50.000 zu verdienen, oder
  • Bei einem Durchschnittsgehalt von 200.000 Dollar 100.000 zu verdienen

Kaum zu glauben: Nahezu die Hälfte bevorzugte Option 1.

Fazit

Vertrauen wir der Forschung, müssen wir keine Multimillionäre sein, um das perfekte monetäre Glück zu finden. Rund 70.000 Euro Jahreseinkommen zu erzielen, ist zwar kein Pappenstiel, aber zumindest nicht vollkommen illusorisch.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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