Goodbye Norma Jeane

Norma Jeane

Die Börsen wirken derzeit wie Marilyn Monroe. Atemberaubend schön, von allen bewundert und doch möglicherweise fragiler, als die meisten glauben. Marilyn Monroe war nur ein Künstlername, der Glamour versprach und zur Legende wurde. Geboren wurde die Schauspielerin mit dem bürgerlichen Namen Norma Jeane Baker. Aus der dunkelhaarigen Norma Jeane wurde das blonde Dummchen für die Öffentlichkeit. An der Börse sieht es derzeit ähnlich aus, nur dass dort nicht die natürliche Dummheit, sondern die künstliche Intelligenz als der Star vermarktet wird. Die Märkte wollen derzeit von Norma Jeane nichts hören, sie wollen Marilyn Monroe. KI-Aktien versprechen Glamour und schon jetzt sind die Akteure wie Jen-Hsun Huang, der Chef von Nvidia, Superstars. Bei Marilyn Monroe reichte ein zart dahingehauchtes „Happy Birthday, Mister Präsident…“ um Spekulationen anzuheizen, bei Jen-Hsun Huang reicht ein „Happy Birthday, Marvel Technology…“ , um die Aktie über 30 % steigen zu lassen. Nvidia und sein Chef werden zur Ikone des KI-Booms, zum Schutzheiligen des Kapitalmarktes, kurzum, der Hype um ihn hat eine neue Marilyn kreiert:

Marilyn

Jeder Quartalsbericht von Nvidia wirkt inzwischen wie eine Filmpremiere: Die Stimmung dabei schwankt zwischen „Manche mögen’s heiß“ und „Diamonds are the girl‘s best friend“. Marilyn wurde nicht berühmt, weil sie Realität verkörperte, sondern weil sie Träume verkörperte. Und genau das tut derzeit die Künstliche Intelligenz. Sie verspricht eine mühelose Welt mit Produktivitätssteigerungen ohne eigenes Leistungsvermögen. Klingt wie der Marilyn Filmklassiker „Blondinen bevorzugt“. An der Börse will derzeit jeder dabei sein. Die Börsianer sitzen in der ersten Reihe und starren gebannt auf die Bühne, wie die Männer damals auf Marilyn. Dabei gilt an der Börse dieselbe Regel wie in Hollywood: Je heller die Scheinwerfer leuchten, desto dunkler werden die Schatten dahinter. Marilyn drehte den Film „Wie angelt man sich einen Millionär“. Künstliche Intelligenz dreht gerade die Fortsetzung „So wird man zum Millionär“. Alle lieben den Glamour und profitieren vom Glanz der Einspielergebnisse, doch die Erwartungshaltungen an künftige Blockbuster sind inzwischen überzogen und einige Börsenkurse wirken daher wie Marilyn am Ende ihrer Karriere. Und so wie die Ikone mit 36 Jahren viel zu früh verstarb, könnte auch der aktuelle Boom bedroht sein. Doch noch ist alles Legende:

Monroe

Die Monroe wurde zur Legende ihrer Zeit und weit darüber hinaus. Marilyn Monroe wäre in dieser Woche 100 Jahre alt geworden. Sie starb an einer Überdosis Schlaftabletten, aber der Mythos lebt weiter. Vielleicht sogar stärker als jemals zuvor. Auch an der Börse agieren Legenden. Berkshire Hathaway zum Beispiel, die diese Woche massiv bei Alphabet eingestiegen sind. Das Kapital der Buffett Firma sammelt sich bei Google & Co wie einst die Fotografen vor den großen Filmstudios. Und alle Fans blicken wie gespannt auf die nächsten Schlagzeilen. Die Börsen beendeten übrigens diese Woche den Mai mit neuen Höchstständen und Anleger sind hin und hergerissen zwischen Skepsis und Euphorie. Das erinnert mich ein wenig an eines der bekanntesten Zitate von Marilyn Monroe: „Ich bin selbstsüchtig, ungeduldig und ein wenig unsicher, ich mache Fehler, bin unkontrolliert und manchmal schwer zu handhaben. Aber wenn du nicht mit mir umgehen kannst, wenn ich am schlimmsten bin, hast du mich auch nicht zu meinen besten Zeiten verdient.“ Das klingt doch wie eine Definition der Aktienanlage an sich, oder?

Ihr Volker Schilling




Bafög-Reform wackelt, Hormus bleibt heiß, Geschäft trotz Sanktionen 

Bafög-Reform wackelt 

Die geplante Bafög-Reform sorgt für neuen Streit in der Koalition. Forschungsministerin Dorothee Bär zweifelt daran, dass das Update schnell kommt, obwohl die Reform eigentlich zum Wintersemester 2026/27 starten sollte. Geplant war unter anderem, die Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, von 380 auf 440 Euro zu erhöhen. Die SPD reagiert verärgert und sagt: Die Reform sei vereinbart und finanziert. Für viele Studierende geht es damit um die Frage, ob sie bald mehr Unterstützung bekommen oder weiter stärker auf Nebenjobs angewiesen bleiben. (Handelsblatt)

Hormus bleibt heiß 

Der Konflikt zwischen den USA und Iran verschärft sich weiter und das könnte auch an der Zapfsäule spürbar werden. Laut Guardian hat Iran nach US-Angriffen auf iranische Militäranlagen eine von den USA genutzte Basis in der Region ins Visier genommen. Gleichzeitig gab es Berichte über Angriffe rund um Kuwait und die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. Weil der Krieg die Energiepreise bereits nach oben treibt, wächst der Druck auf Verbraucher, Unternehmen und Regierungen. (The Guardian)

 Geschäft trotz Sanktionen 

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs treten deutsche Unternehmer wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf. Der Grund: Einige Firmen wollen ihre wirtschaftlichen Kontakte nach Russland nicht komplett verlieren und deutsche Vermögenswerte im Land schützen. Laut der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer sind rund 1600 deutsche Unternehmen weiterhin in Russland aktiv. Gleichzeitig ist der Handel stark eingebrochen: Das deutsch-russische Handelsvolumen lag zuletzt bei unter zehn Milliarden Euro, 2021 waren es noch 59,7 Milliarden Euro. Für Unternehmen bleibt Russland damit ein Markt voller Chancen, aber auch voller politischer und moralischer Risiken. (Tagesspiegel) 




Temu bekommt Millionenstrafe, Bezos-Rakete explodiert, Rekord beim Umstieg auf Elektro

Temu bekommt Millionenstrafe 

Die EU hat Temu mit einer Strafe von 200 Millionen Euro belegt. Der Vorwurf: Die Plattform habe nicht genug getan, um illegale und unsichere Produkte zu stoppen. Bei Tests fielen unter anderem Ladegeräte durch Sicherheitschecks, auch Babyspielzeug soll Risiken wie Chemikalien über Grenzwerten oder Erstickungsgefahr enthalten haben. Temu muss nun bis Ende August einen Plan vorlegen, wie die Probleme gelöst werden sollen. Der Fall zeigt auch, wie stärker Europa chinesische Onlinehändler wie Temu, Shein und AliExpress kontrollieren will. (BBC)

Bezos-Rakete explodiert 

Blue Origin has suffered a major setback: the “New Glenn” heavy-lift rocket from Amazon founder Jeff Bezos exploded during a routine ground test in Cape Canaveral. According to the company, no employees are missing, and the cause is now being investigated. The rocket was supposed to launch 48 satellites for Amazon’s internet project soon. The explosion is especially painful for Blue Origin because the company wants to compete with SpaceX using “New Glenn.” NASA also plans to support the investigation, as it works with Blue Origin on its moon program. (tagesschau)

Rekord beim Umstieg auf Elektro 

Immer mehr Autokäufer in Deutschland steigen auf Elektroautos um. Laut HUK Coburg lag die Umstiegsquote im ersten Quartal bei 7,5 Prozent und damit so hoch wie nie zuvor. Im März stieg sie sogar auf 8,9 Prozent, auch weil höhere Benzinpreise und neue staatliche Zuschüsse E-Autos attraktiver machen. Besonders jüngere Fahrer unter 40 wechseln häufiger zu Batterieautos. Auffällig ist außerdem: Bei privat angemeldeten neuen E-Autos lagen ausländische Marken fast komplett vorn, angeführt von Skoda und Tesla. (Tagesspiegel)




Brot und Spiele

Enhanced Games

In Las Vegas wurde diese Woche offiziell das sportliche Feigenblatt abgelegt. Die Enhanced Games erlauben leistungssteigernde Mittel, zahlen Millionenprämien und nennen das medizinisch überwachte Optimierung. Kurz gesagt: schneller, höher, weiter, Hauptsache mit Beipackzettel. Ganz neu ist das Prinzip nicht. Auch die Börse wirkt derzeit, als hätte sie noch einmal kräftig in den Dopingschrank gegriffen. Nasdaq, S&P 500 und Nikkei klettern auf Rekordstände, getrieben von Chip-Fantasien, Rechenzentren und der Hoffnung, dass künstliche Intelligenz irgendwann nicht nur Kurse, sondern auch Gewinne vervielfacht. Samsung dopt, wenn auch nicht ganz freiwillig, seine Belegschaft derweil mit gigantischen Boni aus dem Halbleiterboom. Ferrari dagegen pimpt seine Modellpalette mit dem elektrischen Luce auf und hofft auf ein neues nachhaltiges Klientel. Von 0 auf 100 in
2,5 Sekunden, das verspricht der neue, mit eigenem Sound ausgestattete E-Ferrari. Wo man diese Woche auch hinschaute, überall roch es nach Leistungssteigerung. Die Frage ist nur: Sind das echte neue Rekorde oder nur Märkte auf Anabolika? Anleger berauschen sich an den Höchstständen und sind nicht vorbereitet auf Hunger Games.

Hunger Games

Deutschland spielt derweil eine andere Disziplin. Die Wirtschaftsweisen senken die Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent. Das ist kein Aufschwung, das ist Kalorienzählen im Konjunkturcamp. Wer mit 0,5 Prozent Wachstum durch den Wald läuft, sollte nicht zu laut rascheln, sonst merkt noch jemand, wie dünn die Vorräte sind. In diesem Hunger Game geht es nicht um Ruhm, sondern ums Durchkommen. Industrie, Energiepreise, Sozialabgaben, Investitionsschwäche. Alles nagt am Wachstumsknochen. Die Politik predigt den berühmten Gürtel, den man enger schnallen muss, währenddessen vielen schon die Hose auf Halbmast hängt. Gleichzeitig schaut der Staat auf KNDS, den deutsch-französischen Panzerbauer, dessen Börsengang für diesen Sommer vorbereitet wird. Man möchte als Staat eine signifikante Beteiligung am Unternehmen eingehen. Verteidigung wird damit wie bei den Hunger Games zur Überlebensstrategie, Aufrüstung, um über sich selbst hinaus zu wachsen. Wenn schon die zivile Wirtschaft hungert, dann soll wenigstens der Verteidigungshaushalt satt werden.

Squid Games

Und dann kommen die ganz großen Spiele auf uns zu. SpaceX, OpenAI und Anthropic werden als Mega-Börsengänge die kommenden Monate mit den Anlegern „Grünes Licht, Rotes Licht“ spielen. Die Anleger schielen auf das prall gefüllte Sparschwein über ihnen und sehen nicht die gewaltigen Gefahren. Zusammen könnten diese Börsengänge so viel Kapital ansaugen, dass sich der Rest des Marktes fragt, ob noch genug zum Überleben bleibt. Willkommen bei den Squid Games der Kapitalmärkte. Wer bekommt Geld, wer bekommt Aufmerksamkeit, wer bleibt übrig, wenn alle gleichzeitig durch dieselbe Tür rennen? Der Benner Cycle wird bereits wieder herumgereicht, dieser alte Börsenkalender aus dem 19. Jahrhundert, nach dem 2026 ein Jahr hoher Preise und damit ein Jahr zum Verkaufen sein könnte. Natürlich ist das keine Wissenschaft. Aber an Märkten reicht manchmal schon ein alter Chart, um moderne Nervosität zu erzeugen. Brot und Spiele bestimmten diese Woche die Welt, und an der Börse heißen sie derzeit Künstliche Intelligenz und IPOs. Grüßen uns hier schon die Totgeweihten oder läuft der Circus noch eine Weile? Ich denke, wir können uns noch entspannt zurücklehnen und das Momentum genießen. Denn bevor der Abspann eingeläutet wird, kommen erst einmal die nächsten Spiele auf uns zu: Die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.

Ihr Volker Schilling




Yen an der Schmerzgrenze, Der Google-Wettfall, Deutschlands teure Hitzewellen

Yen an der Schmerzgrenze

Der japanische Yen steht wieder unter Druck und fiel auf 159,40 Yen je Dollar, den schwächsten Stand seit fast vier Wochen. Die Marke von 160 gilt als kritisch, weil Japan dort zuletzt eingegriffen hatte, um die eigene Währung zu stützen. Gleichzeitig sorgt der Iran-Krieg für Unsicherheit an den Märkten und stärkt den Dollar als sicheren Hafen. Auch die Bank of Japan warnt vor einem möglichen Ölpreisschock und steigender Inflation. Die Märkte rechnen nun mit einer möglichen Zinserhöhung Mitte Juni.  (CNBC)

Der Google-Wettfall

Ein Google-Ingenieur soll interne Unternehmensdaten genutzt haben, um auf der Plattform Polymarket rund 1,2 Millionen Dollar Gewinn zu machen. Laut US-Ermittlern setzte Michele Spagnuolo auf Google-bezogene Ereignisse, darunter die meistgesuchte Person des Jahres 2025. Weil er durch seinen Job frühzeitig Zugriff auf vertrauliche Informationen gehabt haben soll, wird ihm Insiderhandel vorgeworfen. Google hat den Mitarbeiter beurlaubt und arbeitet mit den Behörden zusammen. (BBC)

Deutschlands teure Hitzewellen

Hitze wird für die deutsche Wirtschaft immer teurer. Laut einer Analyse von Allianz Trade könnten wiederkehrende Hitzewellen bis 2030 Verluste von rund 112,5 Milliarden Euro verursachen. Der Grund: Ab 30 Grad sinkt die Produktivität, während gleichzeitig die Energiekosten durch mehr Kühlung steigen. Auch Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit könnten leiden. Europa sei auf Hitze bisher schlechter vorbereitet als andere Regionen, etwa bei Gebäuden, Infrastruktur und Klimaanlagen. (Handelsblatt)




Kinderlos wird teurer, Gas-Deal gegen die Krise, Kyiv unter Druck

Kinderlos wird teurer 

Die Pflegeversicherung hat ein Milliardenproblem, und jetzt könnten vor allem Kinderlose stärker zur Kasse gebeten werden. Gesundheitsministerin Nina Warken prüft offenbar, den Zuschlag für Menschen ohne Kinder ab 23 Jahren von 0,6 auf 0,7 Prozent zu erhöhen. Insgesamt würden Kinderlose dann 4,3 Prozent ihres Einkommens in die Pflegeversicherung zahlen, Eltern mit einem Kind dagegen 3,6 Prozent. Für junge Arbeitnehmer bedeutet das: Vom Bruttogehalt bleibt wieder etwas weniger übrig. Der Grund ist ein wachsendes Finanzloch in der Pflegekasse, das in den kommenden zwei Jahren auf mehr als 22 Milliarden Euro steigen könnte. Zusätzlich stehen auch Kürzungen bei Zuschüssen für Pflegeheime, strengere Regeln für Pflegeleistungen und höhere Beiträge für Gutverdiener im Raum. (Handelsblatt)

Gas-Deal gegen die Krise 

Deutschland sucht neue Energiepartner und könnte künftig Flüssiggas aus Kanada bekommen. Geplant ist, dass bis zu eine Million Tonnen LNG pro Jahr nach Deutschland geliefert werden. Der Deal zeigt, wie stark die Energiepolitik seit dem Ukraine-Krieg zur Wirtschaftsfrage geworden ist: Wer Gas liefert, beeinflusst auch Preise, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Für Deutschland geht es darum, unabhängiger von russischem Gas zu bleiben und neue Partner zu finden. Für Verbraucher ist das wichtig, weil Energiepreise am Ende fast überall ankommen: beim Heizen, beim Strom, bei Produkten und in der Industrie. Ganz fix ist das Projekt aber noch nicht, denn die endgültige Investitionsentscheidung für das Exportterminal steht noch aus. (AP News) 

Kyiv unter Druck 

Russland verschärft den Druck auf die Ukraine und warnt ausländische Diplomaten davor, in Kyiv zu bleiben. Nach schweren Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt haben Deutschland und die EU russische Diplomaten einbestellt und die Drohungen scharf kritisiert. Für Europa ist das mehr als ein politischer Konflikt: Jede neue Eskalation kann auch wirtschaftliche Folgen haben, etwa für Energiepreise, Verteidigungsausgaben, Lieferketten und die Sicherheit von Unternehmen in der Region. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie eng Krieg, Diplomatie und Wirtschaft inzwischen zusammenhängen. Wenn die Sicherheitslage in Europa unsicherer wird, spüren das am Ende auch junge Menschen, zum Beispiel über höhere Staatsausgaben, steigende Preise oder unsichere Jobperspektiven. (DW) 




Uber greift nach Delivery Hero, DeepSeek drückt die Preise, Spahn bremst Sozialleistungen 

 Uber greift nach Delivery Hero 

Uber will offenbar den Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero komplett übernehmen. Der US-Konzern hat bereits rund 19,5 Prozent der Anteile und zusätzlich Zugriff auf weitere Aktien. Jetzt liegt ein Angebot von 33 Euro pro Aktie auf dem Tisch. Der Deal wäre groß, denn Delivery Hero ist zwar in Deutschland operativ nicht mehr aktiv, gehört aber durch sein Geschäft in Asien, Südeuropa, Afrika und der arabischen Halbinsel zu den größten Lieferdiensten der Welt. Für Uber wäre die Übernahme ein großer Schritt, um Uber Eats international stärker zu machen. Gleichzeitig zeigt der starke Kursanstieg der Delivery-Hero-Aktie, wie groß die Erwartungen der Börse an einen möglichen Deal sind. (Tagesspiegel) 

DeepSeek drückt die Preise 

Der chinesische KI-Anbieter DeepSeek macht seinen starken Rabatt für das neue V4-Pro-Modell dauerhaft: Die Preise sollen um 75 Prozent sinken und damit nur noch ein Viertel des ursprünglichen Niveaus kosten. Für Entwickler und Unternehmen wird der Zugang zu leistungsstarker KI dadurch deutlich günstiger. Besonders spannend ist das, weil DeepSeek damit den Preisdruck im globalen KI-Markt erhöht. Während US-Firmen wie OpenAI, Google oder Anthropic stark um die besten Modelle kämpfen, zeigt DeepSeek: Der nächste große Wettbewerb könnte nicht nur über Qualität laufen, sondern vor allem über den Preis. Reuters berichtet außerdem, dass die günstigeren Kosten mit der besseren Verfügbarkeit von Huawei-Chips zusammenhängen könnten, bestätigt ist das aber nicht. (Yahoo Finance) 

Spahn bremst Sozialleistungen 

Unionsfraktionschef Jens Spahn stellt höhere staatliche Leistungen vorerst infrage. Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld und Bafög könnten aus seiner Sicht erst wieder steigen, wenn auch die Wirtschaft wächst. Spahn argumentiert, dass der Staat nicht dauerhaft mehr ausgeben könne, als er einnimmt. Deshalb müsse bei staatlichen Leistungen genauer geprüft werden, was finanzierbar ist. Besonders für junge Menschen ist das Thema relevant, weil Bafög direkt Studierende betrifft und die Debatte zeigt, wie stark soziale Unterstützung vom Zustand der Wirtschaft und vom Bundeshaushalt abhängt. (tagesschau) 




Musk hebt ab, Wachstum mit Warnsignal, Renten-Debatte läuft heiß

Musk hebt ab

SpaceX will im Juni an die Börse und könnte damit einen der größten Börsengänge der Geschichte hinlegen. Laut ZDFheute könnte der IPO rund 75 Milliarden Dollar einbringen, obwohl das Unternehmen zuletzt tiefrote Zahlen geschrieben hat: 2025 machte SpaceX bei 18,67 Milliarden Dollar Umsatz einen Verlust von fast 4,94 Milliarden Dollar. Der Grund sind vor allem die hohen Entwicklungskosten für die Riesenrakete Starship. Gleichzeitig bleibt Elon Musk auch nach dem Börsengang klar der Boss: Durch zwei Aktienklassen sichert er sich 85,1 Prozent der Stimmrechte. Für Anleger klingt SpaceX nach Zukunft, Mars und Satelliten-Internet, aber auch nach viel Risiko. Besonders wichtig ist Starlink, denn das Satelliten-Internet soll bereits rund 80 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. (ZDF)

Wachstum mit Warnsignal

Die deutsche Wirtschaft ist besser ins Jahr gestartet als befürchtet, aber wirklich stark sieht der Aufschwung nicht aus. Im ersten Quartal 2026 ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Geholfen haben vor allem die Exporte, die um 3,3 Prozent zulegten, unter anderem bei Chemie, Pharma und Metallen. Auch der Konsum stieg leicht. Gleichzeitig gingen Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und Bau zurück. Das Problem: Der Iran-Krieg treibt Öl- und Energiepreise nach oben, belastet Verbraucher und Unternehmen und sorgt für Unsicherheit. Deshalb rechnen Bundeswirtschaftsministerium und Bundesbank schon im zweiten Quartal wieder mit einem Dämpfer. Die Erholung ist also da, aber sie steht auf wackligen Beinen. (Tagesspiegel)

Renten-Debatte läuft heiß

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will Frühverrentungsprogramme stoppen. Ihr Argument: Deutschland arbeitet im internationalen Vergleich zu wenig und könnte deshalb wirtschaftlich zurückfallen. Während Beschäftigte hier im Schnitt 1.337 Stunden pro Jahr arbeiten, sind es in China rund 2.000 Stunden. Deshalb fordert Reiche, das Arbeitsvolumen zu erhöhen und älteren Arbeitnehmern mehr Möglichkeiten zu geben, länger im Job zu bleiben. Die sogenannte Aktivrente sieht sie als ersten Schritt für Menschen, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus weiterarbeiten wollen. Gleichzeitig fordert Reiche wegen der schwachen Konjunktur, die geplante Senkung der Körperschaftsteuer früher umzusetzen. Für junge Menschen ist die Debatte wichtig, weil es am Ende um die Zukunft von Arbeit, Rente und die Finanzierung des Sozialstaats geht. (Spiegel)




Mit System zur Outperformance

MSCI definiert sieben solcher Faktoren als fundierte Basis für Investitionen bzw. für die Gestaltung von Indizes: Value, Momentum, Quality, Size, Minimum Volatility, Growth und Yield.. Hierfür gibt es dann entsprechende Indizes, und man kann diese beispielsweise über ETFs abbilden. Ausgangsbasis ist ein etablierter Index, dessen enthaltende Titel von MSCI nach mathematischen Kennzahlen bewertet werden (Scoring Modell). Aktien mit hohen Faktor-Scores werden im Vergleich zum Ursprungsindex höher gewichtet, Titel mit schlechteren Scores werden je nach Ausgestaltung niedriger oder gar nicht gewichtet. Gerade in den letzten Jahren konnten Fonds, die in sich den Momentum-Faktor zu Nutze gemacht haben, einen deutlichen Mehrwert zum Ursprungsindex generieren. Es lassen sich in Multifaktoren-Ansätzen auch zwei oder mehrere der MSCI-Faktoren miteinander kombinieren. Und genau um ein solches Multifaktoren-Modell im aktiven Fondsmantel geht es bei unserer heutigen Neuvorstellung, dem HAL European Dividends RA (WKN A2AJHE). Was und wer sich dahinter verbirgt schauen wir uns im Folgenden näher an.

Die Company

Die Lampe Asset Management GmbH ist ein unternehmerisch geprägter, ganzheitlich ausgerichteter Asset Manager mit starkem Fokus auf diversifizierte, risikobasierte und nachhaltig geprägte Investmentstrategien. Das Portfoliomanagement verfügt durchschnittlich über mehr als 20 Jahre Investmenterfahrung und nutzt modernste Infrastruktur für Disposition, Handel und Risikomanagement. Lampe Asset Management beschäftigt rund 55 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf und München, managt über 14 Milliarden Euro und ist eine hundertprozentige Tochter der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, einer der führenden Privatbanken in Deutschland.

Die Macher

Es kommt sehr selten vor, aber einen klassischen Manager gibt es ausnahmsweise nicht. Hier ist das sehr erfahrene, aus acht Personen bestehende, Systematic Investing Team für alle Entscheidungen verantwortlich. Das Team hat die Strategie des Fonds konzipiert, diese dann ab 2019 in institutionellen Mandaten und anschließend ab Anfang 2023 im Fonds umgesetzt.

Das Ziel

Die Strategie wurde entwickelt, um ein robustes Alpha über verschiedene Marktzyklen hinweg zu generieren. Ziel ist ein systematischer Multifaktor-Ansatz, der die defensive Stärke eines ausgeprägten Dividendenfokus (Schutz in Abwärtsphasen) mit dem Outperformance-Potenzial von Momentum (Partizipation in Bullenmärkten) verbindet. Um das Portfolio auf ein stabiles ökonomisches Fundament zu stellen, wurde das Universum strikt auf den Faktor Qualität ausgerichtet.

Philosophie

Das Management möchte mit dieser Strategie 3 % p.a. an aktiver Rendite vor Kosten erzielen und dabei mit einem Tracking Error von unter 5 % p.a. agieren. Als Anlageuniversum dienen die Titel des STOXX 600 und als rechnerische Benchmark wird der MSCI Europe genutzt. Es werden keine Derivate eingesetzt, und auch die Kasse ist nicht aktiv. Die Benchmark-Struktur bietet die Orientierung im Hinblick auf Regional- und Sektor-Gewichtungen sowie die Marktkapitalisierung. Das Management agiert innerhalb klar definierter Abweichungen zu diesen Größen, wobei der Active Share üblicherweise zwischen 70 und 80 % liegt bei einem Tracking-Error-Ziel von 4–5 % p.a. Nachhaltigkeitsfaktoren spielen beim HAL European Dividends RA keine Rolle. Das durchschnittliche Netto-Turnover beträgt 60 % pro Jahr.

Welches Marktumfeld wirkt sich positiv bzw. negativ auf die Strategie aus?

Hierzu das Management, beginnend bei den positiven Parametern: „Die spätzyklische Marktphase: Wenn das Wirtschaftswachstum abflacht und die Unsicherheit steigt, punkten Qualität (Stabilität) und Dividende (Sicherheit) als Anker, während Momentum die letzten Renditeströme des Bullenmarktes abschöpft. Volatile Seitwärtsmärkte: In Phasen ohne klaren Trend liefern Dividenden einen konstanten Ertrag (‚Cash-Rendite‘), während der Qualitätsfaktor die Portfolioschwankungen (Drawdowns) im Vergleich zum Gesamtmarkt reduziert. Zudem moderat steigende Zinsen & Inflation: Unternehmen mit hoher Qualität verfügen über die Preismacht, Kosten weiterzugeben, während Momentum flexibel in die Sektoren rotiert, die aktuell von der Teuerung profitieren, wie z. B. bei Rohstoffen oder im Bereich Finanzen.“

Negativ: „Faktor-Rotationen, also kurze, heftige Marktphasen, in denen weder Momentum noch Qualität/Dividende gefragt sind, können temporär zu einer Underperformance führen. Oder ein Momentum-Crash: Auch wenn wir nicht ausschließlich Preismomentum, sondern auch fundamentales Momentum und damit die Entstehung von Momentum berücksichtigen, kann sich ein abrupter Kursumschwung negativ auswirken.“

Welche Faktoren haben am meisten zur Performance beigetragen?

„Im Jahr 2024 war die Outperformance maßgeblich starkem positivem Momentum zu verdanken. Im Jahr 2025 trugen alle Faktoren (Quality, Momentum, Dividende) positiv bei. Zudem hatte die Kombination einen deutlich positiven Effekt. Quality und Dividende haben Verluste um April 2025 abgefedert und Momentum war der wesentliche Treiber der Outperformance in der anschließenden Erholungsphase“, erklärt das Management.

USP/ Abgrenzung zum Wettbewerb

Hierzu erklärt das Team: „Symbiose aus Offensive und Defen-sive: Während viele Mitbewerber reine Faktor-Strategien wie z.B. Dividende, Value, Growth verfolgen, liegt unser Edge in der gezielten Kombination von den drei komplementären Faktoren Qualität, Momentum und Dividende. Durch die opti-mierte Portfoliokonstruktion erreichen wir ein ausgewogenes Verhältnis der Ertragstreiber – ohne einseitige Faktortilts. So entsteht ein Fonds, der sowohl in Wachstums- als auch in Konsolidierungsphasen überzeugt.
Dann noch unser kontrolliertes Risikomanagement: Ein weite-rer Vorteil des Fonds ist seine strukturelle Nähe zur Bench-mark. Die Portfoliokonstruktion erfolgt unter Berücksichtigung eines kontrollierten Tracking Errors, sektoraler und regionaler Balance sowie einer ausgewogenen Diversifikation durch vordefinierte Gewichtsbandbreiten. Ziel ist ein Portfolio, das weder von einzelnen Titeln noch von externen Schocks über-proportional negativ beeinflusst wird und das Potenzial für negative Überraschungen reduziert.

Zu guter Letzt die regelbasierte Objektivität: Im Gegensatz zu diskretionären Ansätzen, die oft anfällig für ‚Behavioral Bia-ses‘ (menschliche Entscheidungsfehler) sind, agieren wir auf Basis eines systematischen Prozesses. Anleger erhalten eine transparente Investmentlösung mit wiederholbaren Ergebnis-sen. Wir ‚raten‘ nicht, welcher Sektor oder welcher Titel nächs-te Woche performt – wir folgen nachweisbaren ökonomischen Mustern.“

Prozess

Dieser hat Elemente von Top-down und Bottom-up: Die Benchmark-Struktur gibt den Rahmen vor (Sektor- und Regio-nalgewichte, Marktkapitalisierung), Bottom-up erfolgt dann die aktive systematische Selektion von Aktien-Einzeltiteln. Das Research erfolgt Inhouse innerhalb des Portfoliomanage-ment-Teams. Der Prozess ist systematisch und quantitativ, und die Anlageentscheidungen sind klar definiert. Der Ansatz fokussiert sich auf Qualitätstitel mit einer überdurchschnittli-chen Dividendenrendite und positivem Momentum. Für jede Aktie im Universum wird ein quantitativer Score (1–100) ge-bildet, dem über 70 Kennzahlen zugrunde liegen. Die Basis für den Score bilden die Faktoren Qualität, Momentum und Dividende. Dabei nutzt man aber nicht die „normalen“ Fakto-renberechnungen bzw. -einstufungen von MSCI, sondern hat diese erweitert:

1. Quality:

„Der MSCI Quality Ansatz beschränkt sich primär auf drei klassische Kennzahlen aus Bilanz und GuV. Unser LAM-Quality-Faktor hingegen nutzt mit 10 Kennzahlen ein deutlich breiteres Datenset. Wir erweitern die Analyse um Cashflow-basierte Kennzahlen. Dies ermöglicht es uns, die tatsächliche Ertragskraft eines Unternehmens zu bewerten und ‚Paper Profits‘ von echter Profitabilität zu unterscheiden.“

2. Momentum:

„Während der MSCI Momentum auf Basis von Kursmomentum mit kurzfristigem Betrachtungshorizont agiert, verfolgt unser LAM Momentum einen mehrdimensionalen Ansatz. Wir kom-binieren das klassische Kursmomentum mit fundamentalem Momentum (Gewinnrevisionen). Durch die positive Feedback-schleife aus Analystenschätzungen und mittelfristigem Kurs-momentum identifizieren wir Trends, die nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich untermauert sind.

3. Dividende:

„Der MSCI Dividenden-Faktor basiert auf der historischen Dividendenrendite und vergangenem Dividendenwachstum. Unser LAM-Dividenden-Faktor ist strategischer ausgerichtet. Wir nutzen die Dividendenrendite über die mittel- und langfris-tige Historie und integrieren zukünftige Dividendenschätzun-gen. Damit vermeiden wir ‚Dividendenfallen‘ und konzentrie-ren uns auf Unternehmen, die auch in der Zukunft überdurch-schnittliche Dividendenzahlungen erwarten lassen.“

Die Portfoliokonstruktion erfolgt ebenso systematisch. Hier wird die Gewichtung der Titel so gewählt, dass die Bench-markstruktur innerhalb bestimmter Abweichungsbrandbreiten abgebildet wird. Da die Bewertung der Aktien (Quality-Score) sektorneutral erfolgt, resultieren Abweichungen auf Sektor- und Regionalebene aus den Dividendenerwartungen und dem Momentum. Das Portfolio wird laufend überprüft, und einmal im Monat erfolgt ein Rebalancing. Fremdwährungen werden nicht abgesichert.

Kauf/ Verkauf

Auch das ist klar geregelt: Sofern die genannten Selektionskri-terien nicht länger zutreffen, also die Qualitäts-Kriterien, das Momentum oder die Dividendenerwartungen (oder eine Kom-bination der Faktoren) sich eintrüben, kann es zu einer Re-duktion bzw. einem vollständigen Verkauf der Position kom-men. Wenn eine Aktie in allen Kriterien nur noch im durch-schnittlichen Bereich verortet ist, wird sie im folgenden Reba-lancing verkauft. Für den Kauf gilt ein Positionsgewicht von 0,5–5 %: Das Gewicht einer Aktie hängt maßgeblich davon ab, wie ausgeprägt sie allen genannten Selektionskriterien entspricht (quantitativer Score) und wie viel Raum die Ausrichtung an der Benchmarkstruktur erlaubt. Für jede Aktie ergibt sich ein Ziel-Gewicht, das unmittelbar umgesetzt wird. Im Rahmen des monatlichen Rebalancings wird das jeweils aktuelle Zielgewicht berechnet und direkt implementiert.

Risikomanagement

Hierzu das Management: „Unser Risikomanagement begrenzt gezielt den Tracking Error (Ziel: 4–5 % p.a.). Wir orientieren uns an der Benchmarkstruktur im Hinblick auf Regionalgewichte, Sektorgewichte und Marktkapitalisierung und agieren innerhalb klar definierter Abweichungen zu diesen Gewichten. Der Fonds ist dauerhaft voll in Aktien investiert (Kasseposition ca. 0,5 % für Mittelbewegungen). Es ist nicht das Ziel, über eine aktive Kassehaltung die Volatilität des Fonds oder Drawdowns zu begrenzen.“

Im Dialog

Rückblick

Was waren die größten Erfolge des Fonds in den letzten Jahren?

„Der Fonds hat seit der Implementierung des aktuellen syste-matischen Investmentprozesses Anfang 2023 ein stabiles Alpha generiert. Dies unterstreicht die Robustheit unserer Multifaktor-Modellierung über verschiedene Marktphasen hinweg. Besonders hervorzuheben ist das Jahr 2025, in dem die Strategie eine signifikante Outperformance von fast 10 % gegenüber der Bench-mark MSCI Europe erzielte. Dieser Erfolg resultierte maßgeblich aus der effektiven Kombination der defensiven Faktoren (Dividende & Qualität) mit der dyna-mischen Momentum-Komponente, die in diesem Marktumfeld ihre volle Wirkung entfalten konnte.“

Welche besonderen Herausforderungen haben Sie und Ihr Team während dieser Zeit gemeistert?

„Eine besondere Herausforderung war die Korrekturphase im März/April 2025 mit der darauffolgenden schnellen Erholung. Während der Marktkorrektur konnte die Strategie ihre defensi-ve Stärke unter Beweis stellen: Durch die Ausrichtung auf die Faktoren Dividende und Qualität wurden die Verluste im Ver-gleich zur Benchmark begrenzt. In der anschließenden Markterholung profitierte das Portfolio maßgeblich von der Momentum-Komponente und lieferte eine Outperformance gegenüber der Benchmark.“

Was waren die wichtigsten Lehren, die Sie aus den letzten Jahren gezogen haben?

„Die wichtigste Erkenntnis war die Bestätigung, dass die Kombination von defensiven Ankern (Dividende & Qualität) und einem offensiven Treiber (Momentum) ein ausgewogenes Portfolio erzeugt. Unsere Überzeugung, dass systematische Ansätze stabile und wiederholbare Ergebnisse liefern, wurde erneut bestätigt. In Phasen schneller Richtungswechsel an den Märkten wie 2025 erweist sich ein regelbasierter Prozess als überlegen gegenüber diskretionären Entscheidungen, da er Emotionen und Biases vermeidet und ein robustes Alpha liefert.“

Markteinschätzung und Zukunftsaussichten:

Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie für die kom-menden Jahre?

„Der Trend zu kostengünstigen ETFs, mit denen Anleger die Marktkapitalisierung fast ‚geschenkt‘ bekommen, hat sich in den letzten Jahren massiv verstärkt. Die Aufgabe des Asset Managers ist es, eine nachhaltige Outperformance zu liefern. Unsere Antwort darauf ist ein transparenter, regelbasierter Prozess, der nicht versucht, den Markt zu ‚raten‘, sondern durch die gezielte Ausnutzung von Faktor-Prämien ein robus-tes und konsistentes Alpha zu erzeugen, das über ein reines Markt-Exposure hinausgeht.“ Das Management ergänzt: „Die globale Marktkapitalisierung ist stark von US-Aktien und ins-besondere den ‚Magnificent 7‘ dominiert. In diesem Umfeld gewinnen europäische Aktien als Diversifikator massiv an Bedeutung. Darüber hinaus sind europäische Titel selbst regional diversifiziert, da die Unternehmen im MSCI Europe mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen außerhalb Europas erzielen.

Welche Chancen und Risiken sehen Sie für den Fonds in der Zukunft?

„Zyklusunabhängigkeit: Durch die Kombination von defensi-ven (Dividende/Qualität) und offensiven (Momentum) Faktoren ist der Fonds hervorragend positioniert, um sowohl in Krisen-zeiten (Kapitalschutz) als auch in Aufschwungphasen (Alpha-Generierung) überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen.
Skalierbarkeit: Unser systematischer Ansatz ermöglicht eine effiziente Umsetzung der Strategie ohne die emotionalen Fehlerquellen diskretionärer Entscheidungen, was nicht nur in volatilen Marktphasen einen Wettbewerbsvorteil darstellt.
Faktor-Rotationen: Kurze, heftige Marktphasen, in denen we-der Momentum noch Qualität/Dividende gefragt sind, können temporär zu einer Underperformance führen.“

Schlussgedanken und Ausblick

Was sind Ihre Ziele und Visionen für den Fonds in den nächs-ten fünf Jahre

„Unser Ziel ist es, den Fonds als feste Größe im Bereich der europäischen Aktienstrategien zu etablieren. Wir streben eine kontinuierliche Weiterentwicklung des verwalteten Vermögens an, getragen durch eine konstante und nachvollziehbare Al-pha-Generierung. In fünf Jahren soll der Fonds bei Investoren als der Baustein bekannt sein, der durch die Symbiose aus Qualität, Dividende und Momentum ein stabiles Alpha liefert und seine Belastbarkeit über verschiedene Marktzyklen hin-weg unter Beweis gestellt hat.“

Welchen Rat würden Sie aktuellen und potenziellen Investoren geben?

„Lassen Sie sich nicht von kurzfristigem Marktrauschen oder tagesaktuellen Schlagzeilen verunsichern. Erfolgreiches In-vestieren ist kein Sprint, sondern das Ergebnis eines diszipli-niert umgesetzten, regelbasierten Prozesses. Nutzen Sie europäische Aktien als stabilisierendes Gegengewicht zu den oft überhitzten und hochkonzentrierten US-Märkten. Achten Sie auf eine konsequente Ausgewogenheit im Portfolio und vermeiden Sie Klumpenrisiken. Ein stabiles Fundament aus echter Substanz ist die fundierte Basis für Ihren langfristigen Vermögenserhalt.“

Performancekennzahlen Performance

Die vorgestellte Strategie wurde in einem vorhandenen Fonds eingebaut, von daher sollten zur Beurteilung der Strategie die Ergebnisse erst ab dem 01.01.2023 betrachtet werden. Der Fonds sortiert sich bei Morningstar in der Vergleichsgruppe Aktien Europa Large-Cap Blend ein, könnte aber auch in die Kategorie Aktien Europa Income passen. Betrachtet man die Ergebnisse des Fonds gegen beide Vergleichsgruppen, kann man einen klaren Mehrwert der Strategie erkennen, wie auch der Blick auf den Chart zeigt. Der Fonds hat seit Integration der Strategie Anfang 2023 bis zum 03.05.2026 um über 74,9 % zulegen können, während die beiden Vergleichsgruppen mit einem Plus von 53,7 % (Europe Income) bzw. 44,7 % (Europe Large Cap Blend) abgeschlossen haben. Somit kann die Strategie vom Start weg überzeugen.

Portfolio

Die regionale Aufteilung per 03.05.2026 des aktuell rund 94 Mio. Euro großen Portfolios: 22,7 % sind in Aktien aus UK investiert, 10,5 % entfallen auf spanische Titel und 9,6 % auf italienische Titel.  Die größten Sektoren sind Banken mit 17,7 %, Pharmazeutika mit 10,7 % und elektrische Geräte mit 7,4 %. Die größten Positionen heißen Novartis mit 4,08 %, gefolgt von GSK PLC mit 3,77 % und ABB mit 3,73 %.

Fazit

Die Ergebnisse sprechen für sich. Eine Multifaktoren-Strategie im aktiven Mantel funktioniert augenscheinlich, und die erzielten Mehrwerte zu den möglichen Vergleichsgruppen sind üppig. Die Aussichten für Europa sind weiterhin positiv: Die Bewertungen sind vergleichsweise günstig, die Inflationsraten und Zinsen weiterhin recht niedrig, dazu gibt es viele gesunde Unternehmen mit starken Dividendenrenditen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Diversifikationsaspekt: Die globalen kapitalgewichteten Indizes sind von den USA und wenigen Technologietiteln dominiert, und diese sorgen für etwaige Klumpenrisiken in vielen Depots. Der HAL European Dividends RA kann hier eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

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UN senkt Wachstumsprognose, Wall Street will deutsche Sparer, Samsung-Streik gestoppt

UN senkt Wachstumsprognose 

Die Weltwirtschaft bekommt Gegenwind: Die Vereinten Nationen haben ihre Wachstumsprognose für 2026 von 2,7 auf 2,5 Prozent gesenkt. Grund sind vor allem die Krisen im Nahen Osten und steigende Ölpreise. Im schlimmsten Fall könnte das globale Wachstum sogar auf nur 2,1 Prozent fallen. Gleichzeitig erwartet die UN mehr Inflation: Weltweit sollen die Preise 2026 um 3,9 Prozent steigen. Besonders hart trifft das ärmere Länder, weil Energie, Transport und Importe teurer werden. Eine globale Rezession sieht die UN zwar nicht direkt, aber für viele Menschen könnten die Kosten im Alltag weiter steigen. (AP News)

Wall Street will deutsche Sparer 

JPMorgan Chase plans to launch its digital bank Chase in Germany in the second quarter of 2026, entering the highly competitive German banking market. The US banking giant is focusing on an app-only service, while also offering customers support from human advisors by phone and chat. At launch, Chase plans to offer an overnight savings account, as JPMorgan sees a strong savings culture and growing demand in Germany. Chase is expected to be based in Berlin. After the UK, Germany will become Chase’s second major European market. (Tagesspiegel)

Samsung-Streik gestoppt  

Bei Samsung ist ein riesiger Streik erstmal abgewendet: Rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeitende hatten einen 18-tägigen Generalstreik geplant, der der größte in der Geschichte des Konzerns gewesen wäre. Grund für den Konflikt sind Bonuszahlungen, denn Samsung verdient durch den KI- und Chip-Boom gerade Rekordsummen. Die Gewerkschaft fordert mehr Beteiligung am Gewinn, besonders für die Halbleiter-Sparte. Jetzt gibt es eine vorläufige Einigung, über die die Mitglieder noch abstimmen sollen. Für Samsung geht es nicht nur um Löhne, sondern auch um globale Lieferketten, denn Chips sind weltweit ohnehin knapp. (ZDF)




Himmel oder Hölle

Himmelfahrt

Die christliche Himmelfahrt diese Woche mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass Himmelfahrtskommandos oft aussichtslose Vorhaben darstellen, die zum Scheitern verurteilt sind. So wie der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh, der frisch im Amt ist. Der ist unter Trumps Gnaden angetreten, um endlich die Zinsen zu senken, stößt aber durch Trumps Iran-Ausflug auf ein Umfeld steigender Inflation bei robustem Wirtschaftswachstum. Das schreit eher nach Zinserhöhungen, die ihn wiederum in die Bredouille bringen werden. Die US-Inflation nähert sich bereits der 4 %-Marke und gleichzeitig signalisieren die Anleihemärkte steigende Zinsen. Die 30-jährigen US-Anleihen haben die 5-%-Marke überschritten und selbst die 2-jährigen Bonds sind bei über 4 % angelangt. Der Markt will eindeutig höhere Zinsen. Das klingt nach Tolstoi, aber in der Warsh and Peace Edition. Die Powell Position in Warshington wird auf alle Fälle in den kommenden Monaten sehr genau beäugt werden. Die Warsheinlichkeit ist groß, dass wir einen Kevin Worship erleben, der sich seinen Warshroom in der Notenbank einrichten wird. Allerdings gibt es weiterhin ein Powell Play, denn der alte Chef wird weiterhin dem Notenbankgremium angehören. Als Powell-Ranger wird er den Neuen gewissermaßen auf der Warshlist haben. Während für Kevin Warsh erst einmal die Schonfrist beginnt, ist sie hier bereits abgelaufen:

Weltenlauf

Keir Starmer, der britische Premierminister, wankt. Aus der Starmania zu Beginn seiner Amtszeit wurde ein Starmageddon bei der letzten Be-Farage-ung der Bürger, den Kommunalwahlen. Der Druck seiner Partei wächst und er fühlt sich Faraget von seinen eigenen Leuten. Das ist eben der Welten Lauf. Ich gehe nicht davon aus, dass sich Keir Starmer bis zum Erscheinen meiner nächsten Kolumne im Amt hält. Eine andere Institution dagegen möchte sich so lange wie möglich behaupten. Die Rede ist von der Commerzbank, die sich gegen die Übernahme der UniCredit zur Wehr setzen will. Die UniCredit bietet für die Commerzbank offiziell zu Konditionen, die zunächst eher nach italienischem Espresso als nach deutschem Kaffeepott klingen. Auch bei Übernahmen nimmt die Welt der Taktiken meistens ihren Lauf. So rechnen wir damit, dass die UniCredit sich langfristig eine beherrschende Stellung sichern möchte und dafür deutlich mehr Aktien braucht, als ihr bisher angeboten wurden. Aktienkurse jenseits der 40 Euro bei der Commerzbank halte ich daher nicht nur für denkbar, sondern für geboten. Eine Nachbesserung des Angebotes ist daher nicht ausgeschlossen. Ein Cappuccino sollte also noch drin sein. Oder wie es ein anderer großer italienischer Vertreter einmal formulierte: „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“ Kommen wir vom Don zum Donald:

Höllentrip

Der hat diese Woche die Reise nach China angetreten. Ein Höllentrip mit roten Teppichen, großen Worten und ein wenig Entspannung. Xi Jinping sprach von Fortschritten im Handel, warnte aber bei Taiwan vor Zusammenstößen und Konflikten. Das ist diplomatisch ungefähr so beruhigend wie ein Feuerlöscher im Fegefeuer. Trump wollte mehr Deals, China mehr rote Linien. Trump spricht von „fantastischen Handelsdeals“, während Jinping höllisch aufpasst, dass er nichts Konkretes bestätigt. Auch wenn Chinas Staatschef den US-Präsidenten zum Himmelstempel geführt hat, so ging es eher höllisch heiß her in den Gesprächen der beiden mächtigsten Männer der Welt. Die Börsen setzten zwar zu Beginn seiner Reise zur Himmelfahrt an, doch gegen Ende des Trips zeigte sich zumindest ein Blick durch das Tor zur Hölle. Denn eine konkrete Einigung, wie es im Irankonflikt weitergeht, erzielten sie nicht. So ist auch für die kommenden Tage der Weg vom Himmels- zum Höllentor nur ein kurzer Weltenlauf, der nicht vorhergesagt werden kann.

Ihr Volker Schilling




Inflation meldet sich zurück, Vom Notfall zum Deal, Die Rally wackelt

Inflation meldet sich zurück 

Der Iran-Krieg zeigt sich jetzt auch in der deutschen Wirtschaft: Die Erzeugerpreise sind im April so stark gestiegen wie seit Mai 2023 nicht mehr. Unternehmen verlangten für ihre Produkte 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, vor allem weil Energie teurer wurde. Besonders krass: Mineralölpreise stiegen um 35,5 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 57,6 Prozent. Warum das wichtig ist? Erzeugerpreise gelten als Frühwarnsignal für Inflation. Wenn Firmen mehr fürs Produzieren zahlen, kann das später auch bei uns im Supermarkt, beim Heizen oder an der Tankstelle ankommen. (Handelsblatt)

Vom Notfall zum Deal 

Uniper war 2022 eines der größten Symbole der deutschen Gaskrise: Als Russland seine Gaslieferungen stoppte, geriet der Konzern in massive Schwierigkeiten und musste vom Staat gerettet werden. Der Bund übernahm mehr als 99 Prozent der Anteile und steckte rund 13,5 Milliarden Euro Steuergeld in das Unternehmen. Jetzt soll Uniper wieder verkauft werden. Das Finanzministerium hat den Verkaufsprozess gestartet, Investoren können sich bis Mitte Juni melden. Ganz aussteigen will der Staat aber nicht: Geplant ist, dauerhaft 25 Prozent plus eine Aktie zu behalten, damit Deutschland bei wichtigen Entscheidungen weiter mitreden kann. Das ist wichtig, weil Uniper mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Gas beliefert, Kraftwerke betreibt und große Gasspeicher besitzt. Ob der Staat am Ende mit Gewinn rausgeht, ist noch offen. (BILD)

Die Rally wackelt 

Nach neuen Rekorden kommt an der US-Börse wieder Nervosität auf: Der S&P 500 fiel zum dritten Mal in Folge, auch Dow Jones und Nasdaq gaben nach. Der Grund ist ein Mix aus höheren Zinsen, Ölpreis-Sorgen durch den Iran-Krieg und Zweifel daran, ob der KI-Hype an der Börse noch weiterlaufen kann. Besonders im Fokus steht Nvidia, weil der Chipkonzern mit seinen Zahlen zeigen muss, ob die hohen Erwartungen rund um künstliche Intelligenz gerechtfertigt sind. Gleichzeitig steigen die Renditen am Anleihemarkt, was Kredite teurer machen und Aktien weniger attraktiv wirken lassen kann. Für Anleger heißt das: Die Börsenparty ist nicht vorbei, aber sie wird gerade deutlich wackeliger. (AP News) 




Musk vs. OpenAI, Dax klettert weiter, Russlands China-Abhängigkeit

Musk vs. OpenAI

Elon Musk hat erneut einen Rechtsstreit verloren, diesmal in seiner Klage gegen OpenAI und Sam Altman. Laut Artikel reiht sich diese Niederlage in mehrere aktuelle juristische Rückschläge und Vergleiche ein, unter anderem rund um X, frühere Twitter-Mitarbeitende, Investoren, Werbekunden und Doge.

Im Artikel zitierte Rechtsexperten sagen, dass Musk wahrscheinlich trotzdem weiter klagen wird, weil seine große Vermögensbasis Strafen und Prozesskosten für ihn weniger bedeutend macht. Nach der Entscheidung im OpenAI-Fall kritisierte Musk das Urteil auf X und kündigte an, Berufung einzulegen. (BBC)

Dax klettert weiter

Der Dax hat seine Aufwärtsbewegung am Dienstag langsam fortgesetzt. Zum Handelsstart stieg der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent auf 24.372 Punkte, nachdem er am Vortag bereits 1,5 Prozent zugelegt hatte. Für etwas bessere Stimmung sorgte die Hoffnung auf eine Entspannung im Iran-Konflikt. Gleichzeitig fielen die Ölpreise: Brent wurde um 1,9 Prozent billiger, WTI um 1,7 Prozent. Besonders gefragt waren Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk. Die Aktie von Ottobock geriet dagegen nach Vorwürfen eines Leerverkäufers stark unter Druck. (WiWo)

Russlands China-Abhängigkeit

Russland ist durch westliche Sanktionen wirtschaftlich immer stärker von China abhängig geworden. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat China große Mengen russischer Energie gekauft, darunter Öl, Kohle und Gas. Gleichzeitig liefert China Maschinen, Elektronik, Fahrzeuge und wichtige Technologien, die Russland wegen der Sanktionen aus dem Westen kaum noch bekommt.

Der Handel läuft inzwischen fast vollständig in Rubel und Yuan statt in Dollar oder Euro. Laut DW stärkt das Chinas Position, während Russland immer abhängiger von Peking wird. Besonders wichtig bleiben Energieprojekte wie neue Pipelines nach China, die Russlands Einnahmen sichern und Chinas Energieversorgung stabiler machen könnten. (DW)

 




WM bricht Rekorde, Milliarden fürs Militär, Industrie im Sparmodus

WM bricht Rekorde

Die Fußball-WM 2026 wird nicht nur das größte Turnier der Geschichte, sondern auch eine der größten Geldmaschinen im Sport: In den USA, Kanada und Mexiko treten erstmals 48 Teams an, insgesamt werden 104 Spiele ausgetragen, und die Fifa erwartet Einnahmen von rund 10,9 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Bei der ersten WM 1930 in Uruguay lagen die Ticketeinnahmen nach heutigen Preisen grob nur bei zehn bis 20 Millionen Dollar. Heute kommen die Milliarden vor allem durch TV-Rechte, Sponsoring und Ticketverkäufe rein, während Fans gleichzeitig die höchsten Ticketpreise der WM-Geschichte zahlen müssen. Damit zeigt die WM 2026 ziemlich deutlich, wie stark sich Fußball verändert hat: Aus einem Sportereignis ist ein globales Entertainment-Business geworden, bei dem nicht nur Tore zählen, sondern auch Rechte, Reichweite und Rekordumsätze. (Business Insider)

Milliarden fürs Militär

Deutschland steckt in den nächsten Jahren so viel Geld in Verteidigung wie lange nicht: Für 2026 sind bereits 108,2 Milliarden Euro eingeplant, bis 2029 soll die Summe auf rund 152 Milliarden Euro steigen. Der Grund sind geopolitische Krisen und neue Nato-Ziele, gleichzeitig hofft die Politik, dass die Milliarden auch der deutschen Wirtschaft helfen, etwa durch neue Aufträge für Industrieunternehmen und Zulieferer. Doch genau hier beginnt die Debatte: Ein Teil der Ausgaben wird über neue Schulden finanziert, während die Zinskosten des Bundes stark steigen. 2029 könnten allein dafür mehr als 66,5 Milliarden Euro fällig werden. Für junge Menschen ist das besonders relevant, weil heutige Schulden morgen den Spielraum für Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz oder Entlastungen einschränken können. Die große Frage lautet also: Wird Rüstung zum Jobmotor oder zur Schuldenfalle für die nächste Generation? (ZDF)

Industrie im Sparmodus

Deutschlands energieintensive Industrie steht weiter unter Druck: Branchen wie Chemie, Papier, Glas und Metallproduktion haben ihre Produktion seit Februar 2022 um 15,2 Prozent zurückgefahren, deutlich stärker als die Industrie insgesamt. Der Hauptgrund sind hohe Energiepreise, die besonders Unternehmen treffen, die für ihre Produktion viel Strom, Gas, Öl oder Kohle brauchen. Das bleibt nicht nur ein Problem für Konzerne, sondern trifft auch den Arbeitsmarkt: Im März 2026 arbeiteten in diesen Branchen rund 53.200 Menschen weniger als noch im Februar 2022. Besonders stark betroffen ist die Papierindustrie, gefolgt von der Metallbranche. Für junge Menschen ist das relevant, weil genau solche Entwicklungen Jobs, Ausbildungsplätze und ganze Industriestandorte verändern können. Kurz gesagt: Wenn Energie teuer bleibt, wird auch „Made in Germany“ teurer und unsicherer. (Welt)

 




5 Fragen an Alexander Hennig von ISF – Institut Deutsch-Schweizer Finanzdienstleistungen

Wofür steht die ISF heute – und was unterscheidet Sie von klassischen Finanzdienstleistern? 

Viele Anleger wünschen sich heute mehr Stabilität und Qualität in der Vermögensstruktur. Genau hier setzt die ISF an – mit dem Zugang zum Finanzplatz Schweiz, der seit Jahrzehnten für Stabilität, Diskretion und exklusive Vermögensverwaltung steht. Der Kunde kann wählen zwischen Lösungen wie dem Deutschland- und Schweiz Depot sowie der Zusammenarbeit mit ausgewählten Schweizer Banken – teils mit Staatsgarantie. So schafft die ISF Zugang zu exklusiven Strukturen und Wertpapieren, die nur wenige Anbieter in dieser Form ermöglichen können.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht das einzelne Produkt, sondern die ganzheitliche Vermögensaufstellung. Bestehende Vermögenswerte können ohne unnötige Neustrukturierungen übertragen werden, während stabile Bausteine und renditeorientierte Elemente sinnvoll kombiniert werden, um Portfolios auch in wechselnden Marktphasen nachvollziehbar und belastbar aufzustellen.

Die ISF ist ein familiengeführtes Unternehmen mit über 50 Jahren Erfahrung im deutsch-schweizer Finanzumfeld. Welche Rolle spielt diese Herkunft heute noch?

Als familiengeführtes Unternehmen ist die Ausrichtung nicht auf kurzfristige Ergebnisse, sondern auf langfristige Entwicklung angelegt. Nicht nur mein Vater als Gründer und ich in der 2.ten Generation sind in der ISF tätig, sondern auch meine Schwester und meine Ehefrau. Daher werden Entscheidungen mit Blick auf Kontinuität und Substanz getroffen.  Diese Haltung zeigt sich auch in der Struktur des ISF Instituts: Viele Berater begleiten ihre Kunden über sehr lange Zeiträume hinweg und sind häufig über Jahre, teilweise Jahrzehnte, mit dem Unternehmen gewachsen. Für unsere Kunden entsteht daraus ein klarer Vorteil: eine verlässliche Betreuung mit festen Ansprechpartnern und etablierten Beziehungen – auch über längere Zeiträume hinweg.

Ein zentrales Element ist der Zugang zum Finanzplatz Schweiz. Was macht diesen Ansatz so besonders? 

Die Schweiz gilt seit Jahrzehnten als stabiler Finanzplatz mit klaren Rahmenbedingungen und hoher Bankkompetenz. Für viele Anleger kann es sinnvoll sein, einen Teil des Vermögens bewusst außerhalb des Euroraums zu positionieren und somit geopolitisch zu streuen. Der Zugang zu Depots in der Schweiz eröffnet hier eine zusätzliche Ebene der Diversifikation – nicht nur über Anlageklassen, sondern auch über Währungen und unterschiedliche Rechtsräume. In der praktischen Umsetzung ist dieser Zugang mit der ISF deutlich einfacher: Depots können ohne Vor-Ort-Termin eröffnet werden, bestehende Vermögenswerte lassen sich in vielen Fällen übernehmen, ohne dass eine vollständige Neustrukturierung notwendig ist. Das Ergebnis ist eine breiter aufgestellte Vermögensbasis, die weniger stark von einzelnen Regionen oder Währungsräumen abhängig ist.

Die ISF arbeitet sowohl mit Endkunden als auch mit Finanz-, Immobilien- und Versicherungsmaklern zusammen. Wie profitieren Ihre Kunden und Vertriebspartner konkret von Ihrer Infrastruktur und den gemeinsamen Lösungen?

Die ISF verbindet persönliche Beratung mit einer etablierten Infrastruktur im Hintergrund. Für Finanzberater, Versicherungs- und Immobilienmakler bietet die Zusammenarbeit konkrete Vorteile. Die ISF unterstützt bei administrativen und operativen Themen – von der Depoteröffnung über die Abstimmung mit Banken bis hin zur Umsetzung komplexerer Vermögensstrukturen. Dadurch können sich Partner auf die Betreuung ihrer Kunden konzentrieren und wir erledigen den Rest. Für Kunden bedeutet das: Sie behalten ihren gewohnten Ansprechpartner, profitieren gleichzeitig aber von strukturierten Prozessen, effizienter Abwicklung und dem Zugang zu neuen Lösungen rund um den Finanzplatz Schweiz und neuen Möglichkeiten für ihre Rücklagen.

Die Finanzbranche verändert sich stark. Was macht die ISF für eine neue Generation interessant?

Im aktuellen Marktumfeld gewinnt ein Aspekt wieder deutlich an Bedeutung: Verlässlichkeit. Viele Anleger suchen weniger nach kurzfristigen Opportunitäten, sondern nach Lösungen, die nachvollziehbar aufgebaut sind und auch über längere Zeiträume hinweg Bestand haben. Der Ansatz der ISF zielt genau darauf ab: Vermögen so aufzustellen, dass es nicht permanent angepasst werden muss, sondern auch in unterschiedlichen Marktphasen stabil bleibt. Je nach Zielsetzung können unterschiedliche Bausteine sinnvoll integriert werden – von klassischen Anlageformen bis hin zu individuellen Lösungen oder neuen Anlageklassen. Das führt in der Praxis zu mehr Übersicht, geringerer Abhängigkeit von kurzfristigen Marktbewegungen und einer insgesamt planbareren Vermögensentwicklung.