Langfristig investieren statt auf den nächsten Trend hoffen: Was zwei Fonds mit 15 Jahren Historie zeigen
Zwei Strategien, ein Grundprinzip
Die private Hoerner Bank, die auf das Jahr 1849 zurückgeht, verwaltet mit dem „Substanz Plus“ und dem „Rendite Global Plus“ zwei Fonds, die auf derselben Investmentphilosophie beruhen, aber unterschiedliche Ziele verfolgen. Beide Strategien versuchen bewusst nicht, Marktbewegungen vorherzusagen. Stattdessen folgen sie einem festen, regelbasierten Investmentprozess. Die Idee dahinter: Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich Zinsen, Konjunktur oder geopolitische Ereignisse entwickeln – gerade die vergangenen Jahre hätten das immer wieder gezeigt.
Unterschiedliche Risikobereitschaft, unterschiedliche Ziele
Beim „Substanz Plus“ steht der mittelfristige Kapitalerhalt im Vordergrund, gedacht für einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren. Die Aktienquote bewegt sich hier normalerweise zwischen 15 und 30 Prozent, angepasst an das aktuelle Zinsniveau. Die Zielrendite liegt aktuell bei etwa 4 bis 5 Prozent pro Jahr nach Kosten.
Der „Rendite Global Plus“ ist dagegen auf langfristigen Vermögenszuwachs ausgerichtet und nimmt dafür deutlich höhere Schwankungen in Kauf. Die Aktienquote liegt hier normalerweise zwischen 60 und 80 Prozent. Besonders ist der antizyklische Ansatz: Fallen die Kurse deutlich, wird die Aktienquote erhöht – während andere Anleger in solchen Phasen eher verkaufen. Beruhigen sich die Märkte wieder, wird das zusätzliche Risiko schrittweise zurückgefahren.
So haben sich die Fonds entwickelt
Der defensivere „Substanz Plus“ kam seit seiner Auflage 2008 auf eine Wertentwicklung von 80,23 Prozent, über die vergangenen zehn Jahre auf 42,33 Prozent. Die Jahre 2023 bis 2025 brachten 8,31, 8,99 und 2,39 Prozent, 2026 stehen bislang 3,22 Prozent zu Buche.
Der risikoreichere „Rendite Global Plus“ erzielte seit Auflage 108 Prozent, über zehn Jahre 67,61 Prozent. In den Jahren 2023 bis 2025 lag die Wertentwicklung bei 11,33, 13,05 und 5,20 Prozent, 2026 bislang bei 7,31 Prozent.
Wichtig dabei: Ein regelbasierter Ansatz ist nicht in jedem Marktumfeld überlegen. 2022 etwa traf der plötzliche Zinsanstieg gleichzeitig Anleihen und Aktien – eigentlich eine Kombination, die sich normalerweise gegenseitig stabilisieren soll. Beim „Rendite Global Plus“ zeigt sich die Schwäche vor allem in lang anhaltenden Aufwärtsphasen ohne Rückschläge: Dann reduziert das Modell frühzeitig das Risiko und bleibt zeitweise hinter einem stark steigenden Aktienmarkt zurück.
Der Rat der Fondsmanager: Basics vor Spekulation
Auf die Frage nach ihrem wichtigsten Rat an aktuelle und potenzielle Anleger betont das Fondsmanagement, dass Vermögensaufbau kein kurzfristiges Projekt sei, sondern ein Marathon.
Ihr Rat: erst ein stabiles Fundament aufbauen, statt auf spekulative Hypes oder kurzfristiges Trading zu setzen. Erst wenn diese Basis stehe, könne man überlegen, auch mal eine Spekulation beizumischen – das Fundament dürfe dabei aber nie ins Wanken geraten.
Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.
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