Investieren, so fängst Du an. Einfacher als Du denkst.

Bevor du investierst, stell dir eine andere Frage

Die erste Frage sollte nicht lauten: Welche Aktie soll ich kaufen? Sondern: Was möchte ich mit meinem Geld eigentlich erreichen? Möchtest du langfristig fürs Alter vorsorgen? Dir ein eigenes Vermögen aufbauen? Deinen Kindern später etwas ermöglichen? Vielleicht irgendwann eine Immobilie kaufen? Oder möchtest du einfach das gute Gefühl haben, finanziell unabhängiger zu sein? Diese Frage klingt simpel, ist aber entscheidend. Denn Geldanlage ist kein Selbstzweck. Dein Investment sollte zu deinem Leben passen – und nicht dein Leben zum Investment. Eine gute Anlagestrategie beginnt deshalb nicht mit einem Produkt, sondern mit deinem persönlichen Ziel.

Wie viel kann ich überhaupt investieren?

Auch hier hält sich ein Mythos erstaunlich hartnäckig: Investieren sei nur etwas für Menschen, die bereits Vermögen besitzen. Das stimmt nicht. Gerade regelmäßiges Investieren mit überschaubaren Beträgen kann über einen langen Zeitraum einen Unterschied machen. Du musst also nicht erst darauf warten, dass irgendwann „genug Geld“ auf deinem Konto liegt. Viel wichtiger ist, einen Betrag zu wählen, den du dauerhaft entbehren kannst. Denn Geld, das du für deine Miete, den nächsten Urlaub oder unerwartete Ausgaben brauchst, gehört nicht an den Kapitalmarkt. Ein finanzieller Puffer sollte deshalb immer am Anfang stehen. Was darüber hinaus regelmäßig zur Verfügung steht, kannst du Schritt für Schritt für deinen Vermögensaufbau nutzen.

Und dann kommt dieses Wort: Risiko

Viele Frauen beschreiben sich selbst als eher vorsichtig, wenn es um Geld geht. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Wer Risiken versteht und bewusst mit ihnen umgeht, kann überlegtere Entscheidungen treffen. Problematisch wird Vorsicht erst dann, wenn sie dazu führt, überhaupt keine Entscheidung zu treffen. Denn auch Nichtstun hat ein Risiko. Wenn dein Geld über viele Jahre ausschließlich auf niedrig verzinsten Konten liegt, kann die Inflation seine Kaufkraft reduzieren. Auf dem Konto steht zwar weiterhin die gleiche Zahl – kaufen kannst du dir davon möglicherweise immer weniger. Es geht beim Investieren deshalb nicht darum, möglichst viel Risiko einzugehen. Es geht darum herauszufinden, welches Risiko zu dir, deinen Zielen und deinem Anlagehorizont passt.

Du musst nicht die nächste Gewinner-Aktie finden

Börse klingt für viele zunächst nach Aktienkursen, Finanznachrichten und der Frage, welches Unternehmen wohl als Nächstes durch die Decke geht. Langfristiger Vermögensaufbau kann deutlich unspektakulärer sein. Und das ist eine gute Nachricht.

Eine breite Streuung über verschiedene Unternehmen, Branchen, Regionen und Anlageklassen kann helfen, Risiken zu verteilen. Fonds oder ETFs können beispielsweise eine Möglichkeit sein, mit einem Investment an vielen unterschiedlichen Unternehmen beteiligt zu sein. Welche Lösung für dich geeignet ist, hängt allerdings immer von deiner persönlichen Situation ab. Deshalb sollte deine Frage nicht lauten: Was ist gerade angesagt? Sondern: Was passt langfristig zu mir?

Dein Geldanlage darf langweilig sein.

Vielleicht ist das sogar eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt: Geldanlage darf langweilig sein. Du musst nicht jeden Morgen Börsenkurse kontrollieren. Du musst nicht auf jede Schlagzeile reagieren. Und du musst deine Strategie nicht infrage stellen, nur weil die Märkte einmal unruhig werden. Langfristiger Vermögensaufbau lebt vielmehr von Konsequenz. Regelmäßig investieren. Breit aufstellen. Die eigenen Ziele kennen. Und auch dann einen kühlen Kopf bewahren, wenn es an den Märkten einmal ungemütlicher wird. Denn Vermögensaufbau ist kein Sprint. Er ist eine langfristige Entscheidung.

Vielleicht ist dein erster Schritt noch gar kein Investment

Vielleicht besteht dein erster Schritt einfach darin, dir einen Abend Zeit für deine Finanzen zu nehmen. Wie viel Geld kommt jeden Monat herein? Wie viel geht hinaus? Welche Rücklagen hast du bereits? Welche Wünsche hast du für die nächsten fünf, zehn oder zwanzig Jahre? Und dann kommt die vielleicht spannendste Frage: Wie möchtest du später eigentlich leben? Plötzlich wird aus dem abstrakten Thema „Geldanlage“ etwas sehr Persönliches.Denn am Ende geht es nicht darum, Börsenexpertin zu werden. Es geht darum, Expertin für deine eigenen finanziellen Entscheidungen zu werden.

Ladies, macht Geld zu eurem Thema.

Finanzielle Unabhängigkeit beginnt nicht mit der ersten Aktie oder dem ersten Fonds.Sie beginnt mit Interesse. Mit Fragen. Mit Wissen. Und irgendwann mit der Entscheidung:Ich kümmere mich jetzt darum. Dabei musst du nicht alles alleine herausfinden. Gute Finanzberatung sollte dir nicht einfach ein Produkt präsentieren. Sie sollte zuhören, erklären und dir dabei helfen, Zusammenhänge zu verstehen und Entscheidungen bewusst zu treffen.

Genau diesen Dialog möchte ich mit Ladies Finance und hier bei Zaster weiterführen. Welche Frage über Geld hast du dich bisher vielleicht noch nie zu stellen getraut? Schreib mir. Egal, ob es um den ersten ETF, Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder einfach um die Frage geht, wo du anfangen sollst.

Vielleicht wird genau deine Frage zum Thema meines nächsten Artikels.