In Krisenzeiten rücken Energie und Metalle in den Fokus

Krieg in Nahen Osten sorgt für Unsicherheit 

Der Konflikt im Nahen Osten eskalierte am Wochenende, als die USA und Israel eine koordinierte Militäroperation gegen iranische Ziele durchführten, bei der auch zentrale Führungspersonen des Regimes ausgeschaltet werden konnten. Der Iran reagierte jedoch umgehend mit Gegenangriffen, Attacken auf Schiffe sowie einer faktischen Sperrung der Straße von Hormus. Große Reedereien stellten Fahrten ein, während sich die Tanker in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vor Fudschaira stauen. 

Rohstoffpreise ziehen kräftig an

Die Preise an den Energiemärkten reagierten bereits in den ersten Handelsminuten der neuen Woche mit Sprüngen von über zehn Prozent und auch an den Tankstellen verteuerte sich der Sprit deutlich. Für den globalen Energiemarkt ist das Kriegsumfeld im Nahen Osten brisant: Rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte und erhebliche LNG‑Mengen passieren die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman auf der arabischen Halbinsel. So verwundert es nicht, dass die Sperrung der Hormus‑Passage die Risikoprämie bei Öl‑ und Gas steigen lässt. Eine Erhöhung der Fördermenge, wie von der OPEC bereits für April angekündigt, könnte Preisschocks mittelfristig zwar dämpfen, kurzfristig ist jedoch mit weiteren Preisanstiegen zu rechnen.

Vor allem dann, wenn sich tatsächlich Lieferengpässe einstellen. Auch historisch verliefen solche Schocks sehr volatil. Analysten warnen bereits, dass eine länger anhaltende Blockade den Ölpreis sogar über 100 USD treiben könnte. Parallel bleiben Metalle wie Kupfer (Elektrifizierung, Netzausbau, Rechenzentren) und Edelmetalle wie Gold und Silber (Absicherung) auch strukturell gefragt – trotz konjunktureller Schwankungen. 

Zugang zu Energie‑ und Metall‑Futures – mit Roll‑Optimierung

Der BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll (Acc) verfügt über ein diversifiziertes Rohstoff-Exposure, mit dem die Energie‑ und Metall‑Zyklen gemeinsam abgebildet werden. Dazu wird der BNP Paribas Energy & Metals Enhanced Roll (TR) Index abgebildet. Der Index investiert long‑only in ausgewählte Rohstoff‑Futures aus drei Segmenten: Energie, Industriemetalle und Edelmetalle – ohne Agrar‑ und Viehbestandteile.

Die Replikation des Index erfolgt im ETF synthetisch (Swap‑basiert) mit dem Ziel, einen geringen Tracking‑Error zu dem Korb aus Rohstoff-Futures zu halten. Die Erträge des bereits im April 2016 in Luxemburg aufgelegten ETF werden thesauriert. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,40 Prozent pro Jahr und das Fondsvolumen beträgt gut 190 Millionen Euro.

Portfolio‑Charakteristika: Konzentriert, aber diversifiziert über Segmente

Der Referenzindex umfasste zuletzt rund 40 Rohstoff-Terminkontrakte, gewichtet und limitiert nach festgelegten Kappungsregeln. Auf Tagesbasis besteht eine Höchstgrenze von 35 Prozent für die größte Indexkomponente und von 20 Prozent für die übrigen Bestandteile. In der jüngsten Zusammensetzung zählen vor allem Gold, Silber, Brent‑Rohöl, Erdgas‑Fälligkeiten und Kupfer (LME) zu den größten Positionen. Die Allokationen verschieben sich allerdings dynamisch entlang der jeweiligen Terminstruktur und Marktliquidität. 

Besonderheit: Rolloprimierung – der strategische Vorteil

Futures-basierte Rohstoff-ETFs wie der BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll müssen regelmäßig die auslaufenden Kontrakte „rollen“. Dabei können im sogenannten Contango Verluste entstehen, da die neuen, später fälligen Future Kontrakte teurer sind als die auslaufenden Kontrakte. So entstehen regelmäßig Rollverluste. Der Enhanced‑Roll‑Index reduziert diese, indem er alternative Fälligkeiten wählt und die Carry-Kosten darüber minimiert.

In der Backwardation hingegen können Rollgewinne gezielt genutzt werden, wenn die neuen Futures günstiger sind als die auslaufenden Kontrakte. In Krisenphasen neigen Energie-Futures oftmals zur Backwardation, womit Rollgewinne möglich sind. Häufig geschieht das bei knappen Rohstoffen oder gestörter Versorgung. Der BNP ETF nutzt über den Enhanced-Roll Ansatz mittlere Fälligkeiten, um Kurvenverformungen effizienter auszuschöpfen. In ruhigen Contango‑Phasen hingegen können Rollverluste darüber reduziert, aber nicht komplett eliminiert werden.

Fazit: 

Der Energiesektor reagiert besonders stark auf geopolitische Krisen und Schocks. Die Sperrung der Straße von Hormus erhöht die Risikoprämie bei Öl und Gas wovon der BNP-Rohstoff-ETF besonders profitiert. Metalle wie Kupfer profitieren strukturell von der Elektrifizierung, trotz kurzfristiger Unsicherheiten und Edelmetalle wie Gold und Silber gelten als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

Dies macht das kombinierte Exposure aus Energie & Metallen beim BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll besonders interessant. Wichtig ist allerdings, dass Anlegerinnen und Anleger sich vor einem Investment ausführlich mit der Funktionsweise der Future-Rolls auseinandersetzen, um die Ergebnisse später auch nachvollziehen zu können. Denn grundsätzlich ist in der Anlageklasse Rohstoffe eine höhere Volatilität einzuplanen. Der Zeithorizont eines Investments sollte daher eher mittel‑ bis langfristig sein.

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.