Wir glücklich macht Geld?

Warum mein Sohn begeistert für eine Schule in Ghana durch Köln läuft

von Frank Behrendt

Bevor ich im wahren Berufsleben Vorstand wurde, war ich es schon – im Förderverein der Schule meiner erstgeborenen Tochter. Mich haben die Bildungseinrichtungen meines Nachwuchses immer interessiert und es war und ist für mich Ehrensache, die Institutionen, auf denen meine Kinder viele Jahre ihres Lebens verbringen, nach Kräften zu unterstützen.

Deshalb war ich begeistert, als mir mein 11-jähriger Sohn von einem Solidaritätslauf seiner Schule berichtete. Die Kinder laufen, die Eltern zahlen – für die Unterstützung von Projekten in Afrika.

Seit ein paar Tagen hat die Schule meines Juniors eine Kooperation mit der St. Jeróme Junior und Senior High School in Abafour in Ghana abgeschlossen. Auch wenn hierzulande oft und gerne über unser Bildungssystem und die Ausstattung unserer Schulen gemeckert wird, anderswo träumt man von unserem Standard. Priester Peter Kwasi Sarpong aus Ghana setzt sich in seinem Heimatland engagiert für die Bildung von Kindern und Jugendlichen ein. Der Hilfsverein „Hand in Hand – Friends for Ghana e.V.“ organisierte jetzt den Aufenthalt von Herrn Sarpong in Köln, bei dem er den Kindern von seiner Arbeit und dem Schulleben in Ghana berichtete.

Der Priester hat nicht nur meinen Sohn beeindruckt. Hochmotiviert sind die Schülerinnen und Schüler für Ghana mitgelaufen, um ihre Eltern maximal finanziell zu erleichtern. Was den jungen Läuferinnen und Läufern besonders imponierte: Pater Sarpong lief strahlend gemeinsam mit ihnen durch Köln. „Die gesamte Strecke, ohne zu keuchen“, wie mein Junior anschließend voller Hochachtung berichtete. Der joggende Seelsorger aus Afrika wird glücklich zurück nach Ghana reisen und dringend benötigtes Geld für die Schulen in seiner Heimat im Gepäck haben. Als ich meinem Junior für seine 22 absolvierten Kilometer den vereinbarten Geldbetrag in die Hand drückte, musste ich an meinen Vater denken, der immer gerne die von ihm verehrte Schauspielerin Liz Taylor zitierte: „Wozu ist Geld gut, wenn nicht, um die Welt zu verbessern?“

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Frank Behrendt
Frank Behrendt
Frank Behrendt hat mit seinen „10 ernsthaften Ratschlägen, wie man locker durchs (Berufs)Leben kommt“ die Arbeitswelt aufgeschreckt. Sein Buch „Liebe dein Leben und NICHT deinen Job“ wurde direkt ein Bestseller. In seinem zweiten Buch „Die Winnetou-Strategie - Werde zum Häuptling deines Lebens“ erklärt er, wie ein moderner Leader agieren sollte. Frank Behrendt lebt mit seiner Frau, drei Kindern und einer französischen Bulldogge mit Namen „Fee“ in Köln und hat eine wöchentliche Kolumne auf „Stern.de“. Er arbeitet als Senior Advisor für Deutschlands größte Inhabergeführte Agenturgruppe Serviceplan.

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