Du hast Kohle, viel Kohle

Wow, das ist klasse. Vor allem Geld, das man sich (hart) erarbeitet oder angespart hat, ist ein Grund zur Freude und Wertschätzung. Paradoxerweise haben Menschen, die viel besitzen, ebenso viel Angst, es zu verlieren. Man klammert sich an Besitz und Geldscheine, verfällt in geizige Verhaltensweisen und projiziert diese ungesunde Einstellung nicht selten nach außen.

Auch wenn es banal klingt, aber es gibt zwei sehr wirkungsvolle Strategien, sich seines Geldes auf positive Art und Weise bewusst zu machen: Ausgeben und spenden. Lade einen Freund zum Essen ein, der nicht so viel Kohle hat wie du. Gönn dir ein neues Outfit oder bei größerem Budget einen kurzen Städtetrip. Sei nicht halbherzig, sondern mit deinem ganzen Bewusstsein bei der Sache. Wenn man Geld in etwas investiert und dadurch einen schönen Moment schafft, ist es nicht die Summe, die im Vordergrund steht – und ein Abendessen muss alles andere als teuer sein (ein Outfit übrigens auch nicht, Ladies) – sondern das Gefühl und die Erinnerung, die man dadurch gewinnt.

Die Anzahl der Menschen, die 2017 bereit waren zu spenden, ging im Vergleich zum Vorjahr um über eine Million zurück. Katastrophen, Epidemien und Hungersnöte werden durch Klimawandel und Stellvertreterkriege angeschoben und erreichen uns durch digitale Medien schneller und direkter. Es gibt also Not und wir sehen sie auch. Was wir allerdings nicht sehen, ist der Unterschied, den wir machen können, wenn wir spenden. Bei der negativen Nachrichtenlage kann man den Gedanken „Bringt ja eh nichts“ wohl kaum vermeiden. Aber macht es das besser? Vielleicht wäre es ein Versuch wert: Auszuprobieren, ob es sich eben doch gut anfühlt, Menschen in Not mit Geld zu helfen. Es soll nicht viel sein. Es muss auch nicht ins Ausland gehen, ein Blick in die Nachbarschaft reicht meistens.

Du hast weder viel noch wenig

Weder viel noch wenig – das könnte man glatt als „genug“ bezeichnen. Und ist es nicht das, was man sich langfristig wünscht: Genug sein – gut genug, fit genug, erfolgreich genug, mit genug Geld zum Leben und Lieben? Wenn man sich nicht alles sofort erkaufen kann, sondern lernt, auf größere Anschaffungen hinzusparen, wird man sie umso mehr wertschätzen. Jedes Mal, wenn du in dein wohl verdientes Auto steigst, dir eine Runde Wellness gönnst oder mit deinen Mädels auf Shoppingtour bist, weißt du, dass diese Käufe und Investitionen keine Selbstverständlichkeit sind.

Ein weiterer Vorteil ist die Fähigkeit des Kalkulierens und Budgetierens. Diejenigen, die genug haben, also nicht im monetären Überfluss leben, haben oft ein Talent, ihr zur Verfügung stehendes Geld bestmöglich einzuteilen. Das ist eine Fähigkeit, die nicht nur bei finanziellen Angelegenheiten von großem Nutzen sein kann. Mit dieser Lebenserfahrung kann man auch anderen helfen – vielleicht eignest du dich als „Genug-Haber“ sogar hervorragend als Finanzberater.

Letztendlich ermöglichst du dir durch deinen Finanzrealismus auch einen entspannten Pragmatismus. Wer gut kalkuliert, hat weniger Angst vor Engpässen. Geht die schwarze Zahl zur Neige, bist du reflektiert genug, die richtigen Gegenmaßnahmen einzuleiten oder die Notbremse zu ziehen.

Arm und sexy

Fangen wir plump an: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Da ist allerdings etwas sehr Wahres dran, wie man an unserem ersten Szenario sieht. Unterschätze nicht die Macht von Verlustängsten, auch wenn sie eingebildet und unbegründet sind. Diese Probleme hast du nicht.

Wichtig: Wenn wir von „pleite“ reden, reden wir nicht von unter der Armutsgrenze oder am Existenzminimum. Solche Zustände sind nicht da, um sie positiv zu sehen, sondern um sie zu ändern oder um Hilfe zu erhalten, damit sie langfristig überwunden werden können.

Aber es gibt diesen Schlag von Menschen, der die genüsslichen Züge des Lebens zu sehr liebt, um sein Geld nicht sofort auszugeben – um es mal ganz romantisch auszudrücken. Diese Leute verstehen es sehr oft und gut, mit und in Extremen zu leben: im Reichtum, wenn sie ihr gesamtes Budget auf einmal auf den Kopf hauen und mit fast nichts, wenn das Konto am Zehnten des Monats aussieht als wäre es der Zweiunddreißigste.

Typische Überlebenskünstler – und nicht selten sau sympathisch! Sie nehmen die verrücktesten Nebenjobs an, feiern wahrscheinlich die längsten Partys und haben die lustigsten Geschichten zu erzählen. Eines sind sie in der Regel nicht: Langweilig oder alleine.

Fazit

Kurzes Fazit für alle: Du sollst nicht wegen deines Geldes glücklich sein, sondern mit und trotz deines Geldes. Egal wie viel, ob genug oder eben doch sexy und arm.