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Coronakrise

Aktien kaufen im Börsencrash: Der richtige Zeitpunkt

von Nils Matthiesen

„Die Mutigen“ steigen jetzt wieder ein, heißt es überall. Was geschieht aber, wenn du zu früh wieder auf die Börse setzt und es noch eine Weile weiter nach unten geht?

Hättest Du am Ende Februar, Anfang März 2009 – also mitten in der großen Finanzkrise – breit in Aktien, ETFs oder Aktienfonds investiert, wären deine Wertpapiere jetzt immer noch rund 300 Prozent im Plus. Und dass, obwohl die Märkte in letzter Zeit um 30 bis 40 Prozent nachgegeben haben.

Das Problem bei dieser Betrachtung ist, dass du in diesem Szenario zum idealen Zeitpunkt gekauft hättest, also genau dann, als sich die Börsen am absoluten Tiefpunkt befanden. Das gelingt aber den Wenigsten. Die meisten Menschen kaufen zu früh, zu spät oder gar nicht.

Kurz vor Crash einsteigen – eine Katastrophe?

Angenommen, du hättest direkt nach dem Konkurs der großen amerikanischen Bank Lehman Brothers Geld in einem breit angelegten Aktienfonds angelegt, also im September 2008. Zu diesem Zeitpunkt war es an der Börse schon um 25 Prozent heruntergegangen. Allerdings ging anschließend noch um weitere 40 Prozent in den Keller. Eine richtig schlechte Investition, oder? Bei genauerer Betrachtung aber nicht. Ein Jahr später wären die Wertpapiere noch rund 10 Prozent im Minus. Nach drei Jahren wären sie bereits im Plus. Und nach fünf Jahren hättest du schon rund 50 Prozent, nach zehn Jahren rund 200 Prozent Gewinn verbucht. Aktuell wärst du trotz des Crashs noch um die 150 Prozent im Plus.

Der Verlauf des US-Index S&P 500 zeigt: Selbst, wer in der Finanzkrise 2009 früh eingestiegen ist, freut sich heute noch über ein dickes Plus.
Der Verlauf des US-Index S&P 500 zeigt: Selbst, wer in der Finanzkrise 2009 früh eingestiegen ist, freut sich heute noch über ein dickes Plus. © Screenshot / macrotrends

Wie sieht es mit dem Crash von 1987 aus? Die Aktien stürzten am Schwarzen Montag im Oktober desselben Jahres um fast 21 Prozent ab, nachdem sie in den Tagen davor bereits deutlich gefallen waren. Wie sähe es also aus, wenn du kurz vor dem Schwarzen Montag eingestiegen wärest, und damit direkt vor einem der schlimmsten Tage aller Zeiten in der Börsengeschichte? Ein Jahr später wärst du bereist wieder dick im Plus gewesen, wahrscheinlich um die 20 Prozent. Nach drei Jahren wären die Wertpapiere bereits um rund 50 Prozent und nach zehn Jahren um weit mehr als 100 Prozent.

Kann sich Geschichte wiederholen?

Nur zwei Beispiele, die zeigen: Selbst für Anleger, die sehr früh in einige der großen Marktcrashs der Geschichte eingestiegen sind, hat das im Laufe der Zeit immer zu äußerst respektablen Renditen geführt.

Ob das auch gilt, wenn du jetzt einsteigst, kann dir natürlich niemand garantieren. Sicher ist aber: Du wirst vermutlich nie den optimalen Einstieg treffen und genau dann Aktien kaufen, wenn die absolute Talsohle erreicht ist. Das wäre wie ein Sechser im Lotto. Trotzdem: Geduld an der Börse hat sich bis jetzt immer ausgezahlt.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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