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FINANZEN einfach erklärt

5 populäre Irrtümer über ETFs

von Nils Matthiesen

ETFs gelten als solide, kostengünstige Geldanlage. Schon in dieser Aussage steckt ein Irrtum. ZASTER klärt dich über weitere Fehleinschätzungen rund um ETFs auf.

Sein Geld in ETFs anzulegen, ist von der Idee schon einmal nicht verkehrt. Ähnlich wie bei aktiv gemanagten Fonds, investierst du damit auf einen Schlag in mehrere Unternehmen und streust damit das Risiko. Dadurch, dass ETFs die Wertpapiere, in die sie investieren, nicht aktiv herauspicken, sondern einfach einen Index nachzeichnen, sind sie günstig, transparent und entsprechend beliebt.

So weist der ETF-Markt in letzter Zeit ein imposantes Wachstum auf. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich das verwaltete Vermögen der börsengehandelten Indexfonds verdoppelt. Allein in Europa verwalten ETF-Gesellschaften inzwischen rund 890 Milliarden US-Dollar – vor zehn Jahren war es gerade einmal ein Viertel. Doch trotz der großen Beliebtheit kursieren immer noch viele Irrtümer rund um ETFs. Hier die fünf populärsten.

1
ETFs schneiden immer besser als aktiv gemanagte Fonds ab

Ein Fonds ist nicht einfach deshalb gut, weil es ein ETF ist. Es gibt gute und schlechte ETFs. Was stimmt: Viele gemanagte Fonds tun sich schwer, besser als markttypische ETFs abzuschneiden – vor allem wegen der höheren Kosten und Gebühren. Wer den Markt aber genau beobachtet wird feststellen, dass es einigen gelingt. Es ist allerdings nicht ganz einfach solche Perlen zu finden. Dazu kommt: Es gibt keine Garantie dass ein Fonds, der in der Vergangenheit hervorragende Renditen erzielt hat, das auch in Zukunft machen wird.

2
ETFs mit niedrigen Kosten sind immer vorzuziehen

Auch wenn ETFs kostenmäßig günstiger als aktiv gemanagte Fonds sind, gibt es bei den Gebühren große Unterschiede. Die wichtigste Kennzahl, auf die du achten musst, ist dabei ist die „Total Expense Ratio“, kurz TER, was so viel wie „Gesamtkostenquote“ bedeutet. Aber bedeutet „billiger“ in diesem Punkt automatisch „besser“? Nicht unbedingt. Denn was viele nicht wissen: In den laufenden Kosten sind einige Posten nicht enthalten, zum Beispiel die für das Kaufen und Verkaufen von Aktien und anderen Wertpapieren. Diese fallen etwa bei ETFs an, die einen Index „echt“ nachbilden. Andere Kosten entstehen dagegen bei ETFs, die einen Index lediglich synthetisch abbilden. Hier in Form von Swaps. Auch dafür können hohe Gebühren anfallen, die nicht in den laufenden Kosten mit drin sind. Demnach haben ETFs mit einer niedrigeren TER nicht automatisch eine bessere Rendite als ETFs mit einer höheren TER.

3
ETFs sind immer eine gute Basisanlage

Das ist nicht richtig. Zwar beinhalten ETFs immer eine große Anzahl von verschiedenen Wertpapieren und streuen auf diese Weise das Risiko, aber: Es gibt extrem riskante und weniger riskante ETFs. Die riskanten, die sich auf eine bestimmte Region oder bestimmte Branche konzentrieren, sind als Basisanlage ungeeignet. Eine gute Basisanlage ist idealer Weise über verschiedene Regionen und Branchen gestreut. Gut geeignet sind zum Beispiel ETFs, die den Weltindex MSCI World abbilden (auch wenn dieser sehr US-lastig ist).

4
ETFs in Euro sind sicherer

Für uns Europäer sind ETFs, die in Euro notieren, sicherer. Schließlich fällt damit das Risiko von Währungsturbulenzen weg, beispielsweise einer Abwertung des Euro, oder? Falsch. Das Währungsrisiko hat nichts mit der Währung zu tun, in der ein ETF-Anteil gehandelt wird. Schließlich wird dein Geld direkt nach dem ETF-Kauf sowieso in die Währung der Aktien umgemünzt, die im ETF enthalten sind. Sprich: Kaufst du einen MSCSI-ETF, wird dein Geld sowieso zu einem großen Teil in US-Dollar umgewandelt. Bedeutet: Ob und welches Währungsrisiko besteht, hängt davon ab, in welche Wertpapiere der Fonds investiert. Wenn du Währungsrisiken also ausschließen willst, darfst du nur im Euro-Raum investieren.

5
ETFs zahlen keine Dividende

Stimmt nicht. Dabei spiel es keine Rolle, welchen Index ein ETF abbildet, Dividenden sprudeln immer (sofern die die im Index gelisteten Unternehmen Dividenden ausschütten). Aber nicht alle ETFs schütten die Dividenden an dich aus. Sie „thesaurieren“ sie, also packen sie wieder ins Fondsvermögen.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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