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Trump oder Biden?

Was die US-Wahl für dein Geld bedeutet

von Nils Matthiesen

Am 3. November 2020 fällt die Entscheidung: Trump oder Biden. Doch spielt der künftige US-Präsident auch eine Rolle für dein Geld?

Diese US-Wahl ist wie keine andere: Eine komplett gespaltene Nation, eine Pandemie ohne Impfstoff, ein Wahnsinniger und ein alter Mann. Obwohl die Wahlforscher einen klaren Sieg Bidens prognostizieren, bleibt das Gefühl, das Trump das Ruder noch herumreißen könnte. Wir erinnern uns an das Jahr 2016. Aber abgesehen von der politischen Dimension: Welchen Einfluss könnte das Ergebnis der US-Wahl auf deine Aktien haben?

Trump oder Biden? Es gibt Wichtigeres

Vorab: Allzu große Sorgen musst du dir wohl nicht machen, zumindest nicht um dein Portfolio. So meint etwa Principal Global Investors in einer kürzlich erschienenen Analystennotiz: „Auch wenn der wahlbedingte Lärm beunruhigend sein mag, glauben wir nicht, dass eines der potenziellen Wahlergebnisse ein Grund sein sollte, gegen die fundamentalen Triebkräfte des Marktes vorzugehen und die Portfolioallokation erheblich zu verändern“.

Konkret: Historisch gesehen sollten Anleger den Wahlergebnissen nicht zu viel Bedeutung beimessen, die Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind überschaubar. Schließlich hängt die Entwicklung von Aktien von vielen Faktoren ab, die außerhalb der Macht des US-Präsidenten liegen: Naturkatastrophen, Pandemien, Terrorismus, politische Skandale sowie Unruhen innerhalb eines Landes, geopolitische Spannungen, Handelspolitik, internationale Beziehungen und Währungsschwankungen, um nur einige zu nennen. Trotzdem gibt es einige Statistiken, die du als Anleger kennen solltest:

  • Aus geschichtlicher Perspektive schneiden US-Aktien im Wahljahr tendenziell besser ab als im Jahr danach. Bei internationalen Aktien ist das Gegenteil der Fall.
  • Seit 1973 entwickelten sich die durchschnittlichen jährlichen internationale Aktien unter demokratischen Präsidenten stets positiv.
  • Seit 1989 waren Aktien aus Schwellenländern unter einer demokratischen Regierung nur in 50% der Fälle positiv, während sie unter republikanischer Führung in 100% der Fälle positiv waren.

Ebenfalls interessant hinsichtlich des Wahlausgangs:

  • Seit 1933 ist die Kombination aus demokratischem Senat, republikanischem Haus und demokratischem Präsidenten, die häufigste politische Konstellation in den USA. Dabei klettert der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 durchschnittlich um 13,6% pro Jahr. Aktuell ist aber in jedem Bereich das Gegenteil der Fall.
  • Die derzeitige Lage mit republikanischem Senat, demokratischem Haus und republikanischem Präsidenten ergibt eine durchschnittliche Rendite von 10,8%. Diese Kombination ist wahrscheinlich, wenn Donald Trump die Wahl erneut gewinnt.
  • Bei einem Sieg von Joe Biden wäre das wahrscheinliche Szenario ein republikanischer Senat, ein demokratisches Haus und ein demokratischer Präsident. Diese Kombination gab es seit 1886 nicht mehr.

Was du als Anleger jetzt tun solltest

Auch wenn Biden wahrscheinlich eher gut für „grüne“ Unternehmen und den Gesundheitssektor und Trump als vorteilhaft für die Energie- und Finanzbranche gilt, solltet du den Ball flach halten und als langfristig orientierter Anleger die Füße stillhalten. Deine Aktien passend zum US-Präsidenten umzuschichten, ist auf jeden Fall keine gute Idee. Sich den Kopf zu zerbrechen, was abhängig von der politischen Situation nach der Wahl geschehen könnte, bringt höchstwahrscheinlich wenig bis nichts.

Vielmehr solltest du dich darauf konzentrieren, was du kontrollieren kannst: Beispielsweise zu überprüfen, wie ausgewogen dein Depot aufgestellt ist oder wie du es vor großen Schwankungen schützen kannst. Ein Risiko könnte allerdings alles auf den Kopf stellen: Wenn Donald Trump (wie angekündigt) seine Abwahl nicht akzeptieren würde und es infolgedessen zu einem langwierigen Rechtsstreit oder Schlimmeren kommt. Die Märkte würden darauf sicher turbulent reagieren.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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