© Bild von Steve Bidmead auf Pixabay
Golden Lie?

Warum Gold nicht so sicher ist, wie du denkst

von Nils Matthiesen

Menschen lieben Gold. Aber taugt das faszinierende Edelmetall auch als sichere Geldanlage? ZASTER weiß: nicht wirklich.

Gold fungierte hunderte Jahre als Universalwährung. Heutzutage gilt das edle Metall dagegen als grundsolide Anlage für Krisenzeiten. Vor allem die Deutschen lieben es. So hält die Deutsche Bundesbank mit rund 3.400 Tonnen Gold den zweitgrößten Goldvorrat der Welt, noch mehr hat nur die USA im Schrank. Doch auch die deutschen Privathaushalte horten laut einer Studie vom Research Center der Berliner Steinbeis-Hochschule stolze 7.500 Tonnen Gold. Doch ist Gold tatsächlich eine solide Geldanlage? Einige Gründe sprechen dagegen.

1
Schlechte langfristige Rendite

Verglichen mit Aktien ist die historische Performance dürftig. Diese Aussage gilt für alle Zinsumfelder und das trotz des legendären Status als Absicherung gegen Inflation. Zwar verteuerte sich Gold in den letzten 20 Jahren um mehr als 240 Prozent. Der DAX legt im gleichen Zeitraum – trotz Dotcom-Blase und Finanzkrise – aber um fast 400 Prozent zu. Dabei waren die letzten 20 Jahre für Gold historisch die besten. Für den Aktienmarkt lässt sich das nicht behaupten. Vergleichen wir die Entwicklung ab 1990 schneiden Aktien noch besser ab: Inflationsbereinigt enttäuscht Gold mit einer mageren durchschnittlichen Jahresrendite von einem Prozent, bei Aktien sind es immerhin rund fünf Prozent.

2
Nicht wertbeständig

Gold gilt als grundsolide Anlage. Warum eigentlich? Denn mit dem Kurs geht es mitunter steil bergab. Einige Beispiele: 2013 verlor Gold über 30 Prozent an Wert, 1990 fast zwölf Prozent und 1981 über 22 Prozent. Dafür ging es 2010 fast 40 Prozent rauf und 2005 um 45 Prozent. Du siehst also: Gold ist, genau wie Aktien, sehr volatil, sein Wert schwankt extrem. Wenn du zum falschen Zeitpunkt kaufst, kannst du viel Geld verlieren.

3
Gold wirft kein Geld ab

Eine der großen Vorteile von Aktien besteht darin, Einkommen in Form von Ausschüttungen zu generieren. Bei Gold fällt dieser Vorteil weg. Du gibst also dein hart verdientes Geld für dieses Metall aus, aber es rentiert sich nicht, es zu behalten. Denn im Gegensatz zu den meisten Aktien und Anleihen gibt es keine regelmäßigen Bardividenden oder Kuponzahlungen an Goldinvestoren. Die Rendite von Gold basiert ausschließlich auf dem steigenden Preis.

4
Gold kostet

Bei Gold handelt es sich um ein physisches Gut. Dadurch entstehen Lagerkosten und oft auch Sicherheitskosten, da böse Buben es gerne stibitzen.

5
Schwierig einzuschätzen

Ist Gold gerade günstig oder teuer? Schwer zu sagen. Denn im Gegensatz zu Aktien gibt es keine Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, Unternehmenswert, Preis-Buch-Wert etc., die du für die Bewertung eines Unternehmens heranziehen kannst.

Fazit

Unterm Strich ist Gold eine schwierige Anlage. Bietet es sich zur Risikostreuung (Diversifizierung) an? Sicher. Lässt es sich es als eine Art Währung betrachten? Klar. Aber sichert es dich gegen Inflation ab und stellt eine langfristige Alternative zur Börse dar? Eher nicht.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

Noch mehr Zaster