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Steuererklärung

Steuererklärung: Diese 4 Tipps bringen richtig Geld

von Stefan Heine

Die Steuererklärung freiwillig zu machen würde sich nicht lohnen, glauben viele. Mit dieser Einstellung verschenken sie aber gutes Geld.

Ganz klar, jede*r hat andere Lebensumstände – und damit ist auch jeder Steuerfall verschieden. Der eine kann an der einen Stelle richtig punkten, die andere zieht die größte Steuerersparnis in einem anderen Bereich. Hier sind vier Posten in Deiner Steuererklärung, die Dir richtig Geld vom Finanzamt bringen können.

1
Werbungskosten

Der Klassiker schlechthin! Denn hinter diesem Begriff verbirgt sich alles, was Du an Ausgaben im Zusammenhang mit Deiner Arbeit hast. Alles, was Du hier zahlst, wird von Deinem Einkommen bei der Steuer abgezogen – und die Steuerbelastung sinkt. Bei den Werbungskosten gibt es zwar eine Pauschale von 1.000 Euro, die automatisch und ohne Nachweise angerechnet wird – doch sehr viele kommen locker darüber.

Pendler zum Beispiel, die einen Arbeitsweg von mindestens 16 Kilometern (einfache Strecke) haben. Dienstlich veranlasste Reisen, die der Chef nicht zahlt, können bei der Steuer auch einiges bringen: Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand und gegebenenfalls Übernachtungskosten gibt es dann vom Finanzamt wieder. Wer berufsbedingt umziehen muss, kann auch jede Menge Geld zurückbekommen. Das gilt auch, wenn gar eine zusätzliche Wohnung am Arbeitsort bezogen werden muss – Stichwort “doppelte Haushaltsführung”.

Und auch wer generell nicht viel unterwegs sein muss für die Arbeit und meist im Home Office arbeitet, kann so einiges absetzen. Da sind zum Beispiel Arbeitsmittel, die von Fachliteratur über Computer bis zu Berufskleidung reichen. Kosten für eine Berufsausbildung, für Weiterbildungen und Bewerbungen solltest Du ebenfalls nicht vergessen.

2
Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen

“Nein, ich kann mir keinen leisten, der bei mir putzt, auf meine Kinder aufpasst oder meine Wohnung streicht.” Mag auf den ersten Blick sein. Aber: Wohl die meisten von uns zahlen Miete. Und damit auch die Neben- oder Betriebskosten. Und zumindest Teile davon sind eben auch Handwerkerleistungen wie Schornsteinfeger und Heizungswartung sowie haushaltsnahe Dienstleistungen wie Hausmeister, Gebäudereinigung und Gartenpflege. Und das lässt sich absetzen! (Wer sich die oben genannten Beispiele leisten kann, kann die entstehenden Kosten in der Regel zu 20 Prozent absetzen.)

3
Sonderausgaben

Das sind Ausgaben, die nichts mit dem Job zu tun haben. Der größte Posten dabei: die Vorsorgeaufwendungen – von den Beiträgen zur Rentenversicherung über die private Altersvorsorge bis hin zu den Beiträgen zu Kranken-, Pflege- und Haftpflichtversicherung. Familien mit Kindern können Kosten für Kinderbetreuung absetzen, Ex-Eheleute Unterhaltszahlungen (in diesem Fall aber nicht für die Kinder). Selbst die Kirchensteuer und Spenden mindern die Steuerlast!

4
Außergewöhnliche Belastungen

Wer plötzlich vor gesundheitlichen Problemen steht, darf sich über indirekte Hilfe vom Staat freuen. Das bekannteste Beispiel sind wohl die Krankheitskosten oder Arztkosten. Wer sich die Zähne machen lassen muss, jedes zweite Jahr eine neue Brille braucht, auf ein Hörgerät angewiesen ist oder gar im Rollstuhl sitzt, hat in der Regel relativ viel zu zahlen – über die Kassenleistung hinaus. Die gute Nachricht: Diese Kosten lassen sich ebenfalls von der Steuer absetzen! Aber erst ab einer bestimmten Grenze, der “zumutbaren Belastung”. Deren Höhe hängt vom Einkommen, dem Familienstand und der Zahl der Kinder ab. Hinzu kommen unter anderem Pflege- und Kurkosten, der Ausbildungsfreibetrag für Kinder (maximal 924 Euro) und Pauschalbeträge für Menschen mit einer Behinderung ab einem Grad von 25.

Was bedeutet das konkret für Dich?

Mach. Deine. Steuer! Für die meisten, die ihre Steuererklärung freiwillig abgeben, lässt sich da ordentlich was rausholen.

ein Artikel von
Stefan Heine
Stefan Heine

Stefan Heine ist Steuer-Experte bei smartsteuer. Als gelernter Fachanwalt für Steuerrecht will er Menschen die Angst vor dem Thema Steuern nehmen. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen digitalisiert er dazu den analogsten Prozess Deutschlands – die Steuererklärung.

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