© Shutterstock
STEUER

Steuer 2021: Endlich mehr Netto vom Brutto?

von Stefan Heine

Die anhaltende Corona-Pandemie hat Millionen Arbeitnehmer*innen finanziell getroffen. Doch es gibt gute Neuigkeiten – die Politik reagiert. Steuer-Experte Stefan Heine erklärt drei Steuerentlastungen, dank derer du ab 2021 endlich mehr Netto vom Brutto übrig haben dürftest.

Ein kleiner Disclaimer vorweg: Die bisherigen Pläne der Bundesregierung sind noch Gesetzentwürfe. Der Entwurf des (zweiten) “Familienentlastungsgesetzes”, das zwar so heißt aber ausdrücklich nicht nur Familien entlastet, muss noch durch den Bundesrat und den Bundestag verabschiedet werden. Das sollte aber kein Problem darstellen. Mit dem Gesetz kämen drei Steuerentlastungen, die dich ab 2021 spürbar entlasten würden.

1
Freibetrag, Spitzensteuer und Reichensteuer

Der steuerliche Grundfreibetrag gibt an, ab welchem jährlichen Einkommen überhaupt Steuern erbracht werden müssen. Dieser Wert steigt 2021 um 288 Euro auf 9.696 Euro, bevor er 2022 sogar nochmal auf 9.984 Euro erhöht wird.

Ebenso wird der Spitzen- und der Reichensteuersatz angepasst, um einer kalten Progression entgegenzuwirken. 2021 müssen ab einem zu versteuernden Einkommen von 57.919 Euro 42 Prozent Spitzensteuer pro verdientem Euro an den Staat abgegeben werden. Dieser Betrag wird also im Vergleich zu 2020 um ca. 870 Euro angehoben. 2022 steigt der Grenzbetrag vom Spitzensteuersatz nochmal auf 58.788 Euro.

Übrigens: Wenn Du zu den absoluten Spitzenverdiener*innen gehörst und Reichensteuer zahlen musst, dann wird die Abgabe von 45 Prozent pro verdientem Euro ab 2021 erst ab einem Einkommen von 274.613 Euro fällig. Der Grenzwert wurde um ca. 4.100 Euro angehoben. 2022 liegt er dann voraussichtlich bei 278.732 Euro.

2
Kinder

Wie schon im Namen “Familienentlastungsgesetz” enthalten, soll ab 2021 Eltern zusätzlich der Rücken gestärkt werden. Dies passiert auf zwei Wegen. Zum einen fängt die Steueruhr der Eltern durch die Erhöhung der Kinderfreibeträge später an zu ticken. 2021 springt der Kinderfreibetrag von 7.812 Euro auf 8.388 Euro. Die Steuerlast sinkt also. Zum anderen wird es – wie dereinst im Koalitionsvertrag festgehalten – eine Erhöhung des Kindergeldes geben.

a) für das erste und zweite Kind jeweils von 204 auf 219 Euro
b) für das dritte Kind von 210 auf 225 Euro
c) für jedes weitere Kind von 235 auf 250 Euro

Ein Alleinverdiener-Paar mit zwei Kindern und 5.000 Euro brutto im Monat hat so immerhin 13 Euro (durch die Anpassung des Grundfreibetrags) mehr im Monat plus 30 Euro Kindergeld.

3
Der Soli

Ein ungeliebter Bekannter, bei dem der Abschied sehr leicht fällt. Ab 2021 fällt für 90% der Steuerzahler der Soli weg. Ein Single mit 2.500 Euro brutto im Monat spart dann 24 Euro und die oben angeführte Familie darf sich über 47 Euro mehr im Monat freuen. Gehörst Du zu den Spitzenverdiener*innen, zahlst Du den Soli weiterhin in Höhe von 5,5% der Lohnsteuer oder immerhin in einer abgeschwächten Version.

Was bedeutet das für dich?

Unsere Beispielfamilie spart so insgesamt im Monat rund 90 Euro – gar nicht schlecht! 2021 sinkt die Last auf den Steuerzahler also endlich wirklich. Familien werden davon sogar noch stärker profitieren als kinderlose Singles, aufgrund der erhöhten Kinderfreibeträge und dem angehobenen Kindergeld.

____________________________________________________________

Jetzt Kunde werden
____________________________________________________________

ein Artikel von
Stefan Heine
Stefan Heine

Stefan Heine ist Steuer-Experte bei smartsteuer. Als gelernter Fachanwalt für Steuerrecht will er Menschen die Angst vor dem Thema Steuern nehmen. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen digitalisiert er dazu den analogsten Prozess Deutschlands – die Steuererklärung.

Noch mehr Zaster