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Corona

Musst du jetzt besonders vorsichtig mit Geld umgehen?

von Nils Matthiesen

Die zweite Welle hat uns voll erwischt, keiner weiß, wie schwer es die Wirtschaft trifft. ZASTER beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Geld und Job.

Im Augenblick gibt es in unserem Leben zwei große Unbekannte: Wie entwickelt sich die COVID-19-Pandemie und was bedeutet sie für die Wirtschaft? Wenn wir in eine Rezession nach der Pandemie eintreten (oder uns bereits in einer Rezession in der Mitte der Pandemie befinden), was wird das für unsere Arbeitsplätze und unseren Lebensunterhalt bedeuten? Und was sollten wir finanziell tun, um uns darauf vorzubereiten?

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Steigt jetzt die Arbeitslosigkeit?

Diese Frage lässt sich aktuell noch nicht valide beantworten. Im Oktober fiel die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat sogar noch um 87.000. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigen sich aber deutliche Spuren der ersten Pandemie-Welle. Experten rechnen allerdings nicht mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenquote wie im Verlauf der Finanzkrise 2009. Und das aus verschiedenen Gründen:

Laut BA-Chef Scheele entsprächen die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie keinem „echten“ Lockdown. Anders als im Frühjahr blieben Schulen und Kitas wie auch der Einzelhandel geöffnet. „Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch“. Die BA hoffe, im Dezember an die positive Entwicklung im Oktober wieder anknüpfen zu können.

Die Regierung hat die Regeln für Kurzarbeit entkrampft. Das bedeutet, das kriselnde Firmen dich also nicht direkt entlassen, sondern dich weniger arbeiten lassen können. Zudem hegen die Unternehmen großes Interesse daran, ihre Mitarbeiter zu halten – auch falls es zu einer Rezession kommen sollte. Denn vor der Krise waren Facharbeiter sehr gefragt und kaum zu bekommen. Zieht die Wirtschaft wieder an, wäre es schwierig, neue Fachkräfte zu gewinnen.

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Wie lange gibt es Kurzarbeitergeld?

Als Angestellter erhältst du vom Staat 60 Prozent des entgangenen Nettogehalts, wenn du Kinder hast 67 Prozent. Obendrein übernimmt der Staat die Beiträge für die Sozialversicherung. Die Regelung galt vorerst für bis Ende 2020, soll aber vermutlich bis zum Ende des Jahres 2021 verlängert werden.

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Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, einen neuen Job zu suchen?

Eher nicht. Wenn du schon lange im gleichen Unternehmen arbeitest, solltest du nicht wegen etwas mehr Geld kündigen. Denn ein neues Angestelltenverhältnis bedeutet automatisch auch eine kürzere Kündigungsfrist. Und damit ein größeres Risiko, dass die Firma die Neuen im Laufe der Krise als erste rausschmeißt. Schließlich muss sie sich an der „Sozialauswahl“ orientieren, dazu zählen Kriterien wie Alter, Familienstand und eben Dauer der Beschäftigung.

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Sollte ich jetzt mehr sparen?

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Firma die Krise nicht übersteht, solltest du idealer Weise einen Notgroschen in der Hinterhand haben. In der Regel empfehlen Experten, drei bis sechs Monate Monatsgehälter in der Hinterhand zu haben, um schlechte Zeiten wie Arbeitsplatzverlust, unerwartete Reparaturen oder schwere Krankheiten problemlos überstehen zu können. Generell gilt die Devise: Je mehr, desto besser. Wenn du nicht so viel Cash in der Hinterhand hast, kannst du überlegen, einige unwichtige Wertgegenstände zu verkaufen. Fonds oder Aktien zum aktuellen Zeitpunkt zu Geld zu machen, ist dagegen weniger ratsam. Generell: Du musst jetzt nicht jeden Groschen umdrehen, aber vielleicht solltest du in Erwägung ziehen, einige Ausgaben zu kürzen, damit du mehr Geld auf die hohe Kante legen kannst.

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Was passiert, wenn ich arbeitslos werde?

Die Arbeitsagentur hat viele ihrer Vorschriften gelockert. Wenn du deinen Arbeitsplatz verlierst, muss du dich nicht mehr persönlich vorstellen und dich arbeitslos melden, es reicht eine E-Mail oder ein Anruf. Die Arbeitsagentur gelobt, alle finanziellen Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld, Kinderzuschlag etc. pünktlich zu zahlen.

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Bekomme ich weiter Geld, wenn ich in Quarantäne muss?

In diesem Fall übernimmt der Staat dein Einkommen. Und das in voller Höhe bis zu sechs Wochen lang. Sollte es länger dauern, gibt es Krankengeld. Diese Regelung gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige und Unternehmer.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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