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Mogelpackungen

5 dreiste Mogelpackungen, mit denen Kunden vergangenes Jahr getäuscht wurden

von Nils Matthiesen

„Weniger ist mehr“ (für uns) denken sich vielleicht so manche Lebensmittelhersteller und verteuern verdeckt ihre Produkte. Fünf besonders dreiste Beispiele.

Wir Deutschen lieben Schnäppchen. Für nahezu zwei Drittel von uns sind Sonderangebote beim Einkaufen wichtig, so das Marktforschungsunternehmen Nielsen in einer aktuellen Studie. Wie empfindlich viele Verbraucher beim Preis sind, musste vor einigen Monaten Discounter Lidl erfahren. Die Kette hegte das hehre Ziel nur noch Bananen mit Fairtrade-Siegel anzubieten, die allerdings 10 bis 20 Cent mehr pro Kilogramm kosteten.

Die Aktion entpuppte sich allerdings als Flop, viele Kunden kauften ihre Bananen bei der günstigeren Konkurrenz. Beim Preis verstehen halt viele keinen Spaß. Aus diesem Grund müssen die Hersteller zu subtileren Tricks greifen, um mehr Geld zu verdienen. Beispielsweise an den Zutaten schrauben oder die Verpackung verkleinern. 5 besonders dreiste Fälle hat die Verbrauchzentrale Hamburg ausgemacht.

1. Miracoli

Miracoli wurde mit großer Mehrheit zur „Mogelpackung des Jahres 2019“ gewählt. Und das aus gutem Grund: Hersteller Mars hat nicht nur den essentiell wichtigen Parmesello-Käse gestrichen, sondern zudem auch an Tomatensauce und Würzmischung gespart. Der Preis blieb aber unverändert hoch. Offiziell wolle Mars durch die Käseverbannung etwas „gegen Lebensmittelverschwendung“ tun. Das hört sich wiederum billig an.

© Verbraucherzentrale Hamburg

2. 100% Bio Direktsaft Karotte von Hipp

Ganz schön dreist: Hersteller Hipp macht aus 500 Milliliter 330 Milliliter und verkauft das Ganze teurer als zuvor. Das entspricht einer verkappten Preiserhöhung von rund 115 Prozent. Kein Grund zur Panik, die Aktion diene dem Wohle des Verbrauchers, so Hipp. Denn viele Käufer hätten die 500-Milliliter-Flasche „als zu groß empfunden“.

© Hipp, Screenshot @nm

3. Rama „Unser Meisterstück“

Eine ganz besondere Margarine verspricht Upfield mit „Unser Meisterstück“ aus der Rama-Reihe. Ganz unrecht hat der Hersteller damit nicht, denn diese Sorte ist wirklich besonders teuer – und zwar um satte 43 Prozent im Vergleich zum Vorgänger „Rama mit Buttermilch“. Denn sie kommt in einer 350- statt 500 Gramm-Packung, kostet aber dasselbe. An der angepriesenen „hochwertigeren Rezeptur“ ist nicht viel dran. Denn die Margarine besteht wie gehabt fast zur Hälfte aus Palmfett, wertvolles Rapsöl macht nur knapp ein Drittel der Zutaten aus.

© Rama, Screenshot @nm

4. Milka Darkmilk

Eigentlich könnten hier auch viele andere Milkasorten stehen. Denn Hersteller Mondelez verkauft mehrere neue Sorten seit einiger Zeit in Verpackungen, die wie herkömmliche 100-Gramm-Tafeln aussehen, tatsächlich aber nur 85 Gramm auf die Waage bringen. Da für das neue Format aber das Gleiche verlangt wird, sind die Tafeln so unterm Strich 18 Prozent teurer als normale Milka-Schokoladen. Auch in diesem Fall verweist Hersteller Mondelez auf bessere Zutaten, was sich aber über die Zutatenliste kaum nachvollziehen lässt.

© Milka, Screenshot @nm

5. Kellog's Frosties

„Darf's ein bisschen weniger sein“, dachte sich wohl auch Kellogg und reduzierte bei diversen Frühstücksprodukten die Füllmenge, etwa von 375 auf 330 Gramm. Da der Preis gleich blieb, verteuerten sich Frosties, Smacks & Co. dadurch um bis zu 14 Prozent.

© Frosties, Screenshot @nm
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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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