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USA vs China

Sind Huawei-Smartphones nun nichts mehr wert?

von Nils Matthiesen

Schwerer Schlag für Huawei und Fans der Marke: Google stellt die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ein. Was bedeutet das aber für Nutzer und Käufer?

Der Konflikt zwischen den USA und China beschränkt sich nicht weiter nur auf den Handel, jetzt statuiert die Trump-Regierung auch auf der Technologie-Ebene ein Exempel. Durch einen neuen Erlass wurde Google gezwungen, dem chinesischen Technologieunternehmen Huawei die Android-Lizenz zu entziehen, berichtet der Nachrichtendienst Reuters. Für den erfolgreichen Smartphone-Hersteller ist das ein schwerer Schlag.

Keine Android-Updates und Apps mehr

Für Huawei bedeutet das: Kein Wissenstransfer mehr bei den Themen Hardware, Software und technischen Diensten. Für die Käufer von Huawei Smartphones- und Tablets bedeutet das: Kein Zugriff auf Google-Dienste und -Apps wie den Play Store, Play Store Services, GMail, Google Maps und weitere Produkte. Zudem gibt es in Zukunft keine „offiziellen“ Android-Updates und Sicherheitsupdates mehr. Huawei muss sich künftig vielmehr auf das Android Open Source Project (AOSP) beschränken. Folglich kann Huawei zum Beispiel Sicherheitsupdates für seine Geräte erst dann anpassen, wenn sie im AOSP verfügbar sind. Dafür müssten die Chinesen allerdings ein eigenes Update-System entwickeln. Huawei-Smartphones und Tablets, technisch und preislich in der Regel top, dürften jetzt zu Ladenhütern avancieren. Selbst, wenn die USA irgendwann wieder einlenken, bleibt ein Imageschaden. Wer will schon ein Gerät kaufen, dass theoretisch jederzeit vom Google-Kosmos getrennt werden kann? Das Gleiche dürfte übrigens auch für das Tochterunternehmen Honor gelten.

Was passiert mit deinem Huawei-Gerät?

Immerhin gibt es gute Nachrichten für alle, die bereits ein Huawei-Smartphone nutzen. Google hat über Twitter zugesichert, dass der Google Play Store und die Google-Apps auf den bereits im Umlauf befindlichen Geräten weiterhin funktionieren sollen. Auch Sicherheitsupdates solle es weiter geben.

Große Systemupdates erwähnt Google in diesem Zusammenhang allerdings nicht. Das bereits von Huawei angekündigte Update auf Android 10 Q wird also voraussichtlich nicht mehr kommen. Sprich: Huawei-Smartphones bleiben auf dem aktuellen Stand. Das dürfte den Wiederverkaufswert empfindlich senken.

Wie kam es dazu?

Huawei steht schon länger im Fokus von Donald Trump und der US-Regierung. Der Potus befürchtet, dass Huawei Technik in seine Produkte einbaut, die von der chinesischen Regierung zur Spionage missbraucht werden kann. Bereits 2018 warnten US-Geheimdienste vor dem Einsatz von Huawei- und ZTE-Geräten und mehrere US-Politker bezeichneten Huawei als „einen Arm der chinesischen Regierung". Nun erklärte das US-Handelsministerium nach einem Dekret von US-Präsident Donald Trump, dass US-Firmen, die Technologie an Huawei verkauften oder transferierten, dafür eine Lizenz benötigten – die Experten zufolge aber höchstwahrscheinlich nie erteilt wird.

Huawei dagegen besteht darauf, dass es keine Hintertüren in ihren Produkten gäbe. Wer die Wahrheit sagt, ist schwer einzuschätzen. Fest steht nur: Die jüngsten Entwicklungen sind für die Chinesen ein Schlag in die Magengrube und ein immenses Risiko für die Zukunft des Huawei-Kerngeschäfts. Zwar werkelt das Unternehmen bereits an einem eigenen mobilen Betriebssystem, aber wie gut es ist und wann es kommt, weiß nur Huawei selbst. Ohne Google-Dienste und entsprechende Apps sehen die Erfolgschancen in westlichen Gefilden aber schlecht aus.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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